Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde
print


Navigationspfad


Inhaltsbereich

Sommersemester 2022

Studienberatung: 21.4.22, 9-10 Uhr
(Dr. Franz-Albrecht Bornschlegel, Tel. 2180-5460)

Die Veranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, im Historicum, Schellingstr. 12/ Amalienstr. 52 statt.

Die zentrale Einführungsveranstaltung des Historischen Seminars für Studien-anfängerinnen und -anfänger im Fach Geschichte findet in der Woche vor Semester-beginn statt. Die Teilnahme wird allen Erstsemestern dringendst empfohlen. Hier erhalten Sie detaillierte Auskünfte über die verschiedenen Abteilungen des Faches, Fremdsprachen-anforderungen sowie Studienplanung und Scheinanforderungen in den Studiengängen. Außerdem werden auch Führungen durch die Bibliothek des Historicums angeboten.

Download: Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis der Abteilung Historische Grundwissenschaften, Wintersemester 2021/2022 (PDF, 474 kB; Stand 09.02.2022)

Vorlesung / Einführungsvorlesung / Vertiefungsvorlesung

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Fantastische Handschriften und wo sie zu finden sind. Teil 3: Spätmittelalter, 2stündig (Seniorenstudium / Studium Generale).
Do. 18-20 Uhr, Geschwister-Scholl-Platz 1, Raum A 021, Beginn: 28.04.2022.

Handschriften gehören zu den faszinierendsten Objekten, die sich aus dem Mittelalter erhalten haben. Die Vorlesung stellt berühmte Codices aus der Zeit vom 13. bis zum 15. Jahrhundert vor und erläutert, warum sie für die grundwissenschaftliche und auch generell für die mediävistische Forschung so wichtig sind und worauf ihre Bekanntheit fußt (Buchschmuck, Inhalt, Besitzgeschichte und spätere Verwendung der Handschrift etc.). Auf diese Art und Weise sollen bestimmte Aspekte der mittelalterlichen Kultur anhand dieser Objekte exemplarisch behandelt werden.

Literatur zur Einführung:
- Bernhard Bischoff, Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters. Mit einer Auswahlbibliographie von Walter Koch (4., durchgesehene und erweiterte Aufl., Berlin 2009).
- Karin Schneider, Paläographie und Handschriftenkunde für Germanisten. Eine Einführung (Sammlung kurzer Grammatiken germanischer Dialekte 8, 3., durchgesehene Aufl., Berlin/Boston 2014).

Prüfungsform im BA und mod. LA (Studienbeginn bis SOSE 2020): KL.
keine Prüfung im BA und LA (Studienbeginn ab WISE 2020/21).
keine Prüfung im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik (Studienbeginn ab WISE 2015/16).

Aufbaukurs Master

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Quellen zur Geschichte der mittelalterlichen Universitäten - Grundwissenschaftliche, digitale und editionstechnische Zugänge, 3stündig.
Di. 16-19 Uhr, Historicum, Raum K 022, Beginn: 26.04.2022.

Die Lehrveranstaltung gibt einen Überblick über die Quellengattungen, die sich zur Geschichte der mittelalterlichen Universitäten in Europa erhalten haben (Gründungsurkunden, Matrikel, Statutenbücher, Acta Promotionum usw.), und über Möglichkeiten ihrer Auswertung, insbesondere in grundwissenschaftlicher Hinsicht. Darüber hinaus ist auch die Edition von bisher nicht gedruckten Quellen zur Geschichte mittelalterlicher Universitäten im deutschsprachigen Raum und die Diskussion der dafür benötigten editionstechnischen Methoden beabsichtigt.

Da fast alle Quellen zur Geschichte der mittelalterlichen Universitäten lateinisch sind, sind Grundkenntnisse des Lateinischen für den Aufbaukurs empfohlen.

Prüfungsformen im Master und im Master-Nebenfach (His im GSP): RE+HA.

Bachelorkurs / Doktorandenkolloquium / Masterkolloquium / Oberseminar

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Seminar für Doktoranden, Magistranden sowie Master- und Bachelorstudierende im Abschlusssemester, 2stündig.
Di. 19-21 Uhr, Historicum, Raum K 026, Beginn: 26.04.2022.

Im Oberseminar wird über den Stand der laufenden Bachelorarbeiten, Master-/Magister-arbeiten und Dissertationen berichtet; zudem stellen Mitarbeiter und auswärtige Kollegen ihre Projekte vor. Geplant ist außerdem zumindest eine Ein-Tages-Exkursion nach Salzburg mit Besuch des Stiftsarchivs der Erzabtei St. Peter. Termine werden noch bekannt gegeben.

ACHTUNG: INFORMATIONEN ÜBER DEN ABLAUF DER LEHRVERANSTALTUNG FOLGEN AM BEGINN DER ERSTEN SEMESTERWOCHE.

Prüfungsform: RE.

Basiskurs

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Wie gründet man eine Universität im Mittelalter? Ausgewählte Dokumente zur Geschichte der Universität Ingolstadt im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit, 3stündig.
Do. 15-18 Uhr, Historicum, Raum K 402, Beginn: 28.04.2022.

1472 gründete Herzog Ludwig IX. von Bayern-Landshut die Universität Ingolstadt, die 1800 nach Landshut, von dort 1826 nach München verlegt wurde. Heuer jährt sich die Gründung somit zum 450. Male. Der Basiskurs gibt eine Einführung in die Geschichte der europäischen Universität des Mittelalters und ihre Quellen sowie in die Historischen Grundwissenschaften. Anschließend sollen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ausgewählte Dokumente aus der Frühzeit der Universität Ingolstadt vorgestellt und nach der erlernten Methodik ausgewertet werden.

Da die Kultur der mittelalterlichen Universitäten eine weitgehend lateinische ist, sind Grundkenntnisse des Lateinischen für den Basiskurs sehr empfehlenswert.

Literatur zur Einführung:
- Maximilian Schuh, Aneignungen des Humanismus. Institutionelle und individuelle Praktiken an der Universität Ingolstadt im 15. Jahrhundert. Leiden/Boston (Education and Society in the Middle Ages and Renaissance 47).

Prüfungsformen im BA und LA (Studienbeginn bis SOSE 2020): KL + RE + HA.
Prüfungsformen im BA und LA (Studienbeginn ab WISE 2020/21): RE + HA.
Prüfungsform im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik (Studienbeginn ab WISE 2015/16): RE + HA.

Lektürekurs

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Lektürekurs für das Masterstudium.

Im Lektürekurs innerhalb des Master-Studiengangs lesen die Studierenden selbständig wissenschaftliche Literatur, die zu den Grundlagenwerken des Faches gehört oder einen besonderen Einfluss auf die Forschung ausgeübt hat. Die Auswahl der Titel erfolgt in Absprache mit dem Dozent in der ersten Sitzung; in einer Zwischenbesprechung gegen Mitte des Semesters können etwaig auftretende Fragen oder Probleme erörtert werden; in der mündlichen Prüfung am Semesterende wird die Lektüre diskutiert.

ACHTUNG: INFORMATIONEN ÜBER DEN ABLAUF DER LEHRVERANSTALTUNG FOLGEN AM BEGINN DER ERSTEN SEMESTERWOCHE.

Prüfungsform: MP (Gemeinsames Abschlussgespräch).

Übungen

Dr. Franz Bornschlegel
Aktuelle Forschungsfelder Epigraphik des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 2stündig.
Fr. 10-12 Uhr, Historicum, Raum K 202, Beginn: 29.04.2022.

Die noch junge Wissenschaft der mittelalterlichen und neuzeitlichen Epigraphik hat innerhalb der letzten 25 bis 30 Jahre eine rasante Entwicklung erfahren, die sich im eifrigen Ausbau der europaweiten Editionen der Quelle Inschrift in nationalen Inschriftencorpora sowie in zahlreichen schrift- und formularkundlichen Untersuchungen niederschlug. Trotz vielfältiger in- und ausländischer Aktivitäten bleibt die Erstellung einer gesamteuropäischen Epigraphik für viele Inschriftenarten weiterhin ein Desiderat der Forschung. Die Vorstellung eines einheitlichen Entwicklungsverlaufes von Schrift und Formular, wie er über weite Strecken im deutschen Sprachraum nachzuvollziehen ist, muss aus gesamteuropäischer Sicht nicht selten modifiziert und korrigiert werden. Die an epigraphisch Fortgeschrittene gerichtete Veranstaltung beschäftigt sich mit den „Brennpunkten“ der epigraphischen Forschung und den Möglichkeiten und Grenzen der regionalen und zeitlichen Einordnung von Inschriftendenkmälern anhand epigraphischer Methoden. Mit Exkursionen.

Literatur zur Einführung:
- Walter Koch, Spezialfragen der Inschriftenpaläographie, in: Epigrafia Medievale Greca e Latina. Ideologia e Funzione, hrsg. von Guglielmo Cavallo und Cyril Mango, Spoleto 1995, S. 267-293.
- Franz-Albrecht Bornschlegel, Epigraphik des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, in: Archiv für Diplomatik 65 (2019) S. 237-266.

Prüfungsform im Master und Master-Nebenfach (His im GSP): RE.

 

Dr. Franz Bornschlegel
Inschriften in Bayern. Eine Einführung in die mittelalterliche und frühneuzeitliche Epigraphik, 2stündig.
Do. 10-12 Uhr, Historicum, Raum K 026, Beginn: 28.04.2022.

Die Übung bietet eine Einführung in die praktische Arbeit und wissenschaftliche Methode der Epigraphik des Mittelalters und der frühen Neuzeit anhand von Inschriftendenkmälern aus dem heutigen Bayern. Dabei soll ein Einblick in die Vielfalt des Inschriftenmaterials (Inschriften auf Bauwerken, Totengedächtnismalen, Glocken, Flurdenkmälern, Ausstattungs- und Gebrauchsgegenständen) und in die zeitüblichen Schreibweisen und sprachlichen Ausdrucksformen gewährt werden sowie die grundlegenden Techniken der Inschriftenaufnahme vermittelt werden. Parallel dazu wollen wir ab Mitte des Semesters die erlernten Techniken zudem an ausgewählten Inschriftenoriginalen in Kirchen und Museen erproben.

Literatur zur Einführung:
- Rudolf M. Kloos, Einführung in die Epigraphik des Mittelalters und der frühen Neuzeit, 2., ergänzte Aufl., Darmstadt 1992.
- Franz-Albrecht Bornschlegel, Epigraphische Überlegungen zu bekannten und verkannten Inschriftendenkmälern aus Bayern, in: Geschichte ”in die Hand genommen”. Die Geschichtlichen Hilfswissenschaften zwischen historischer Grundlagenforschung und methodischer Herausforderungen, hg. von Georg Vogeler (Münchener Universitätsschriften, Münchner Kontaktstudium Geschichte 8), München 2005, S. 117-152.
- Franz-Albrecht Bornschlegel, Inschriften, publiziert am 10.10.2014; in: Historisches Lexikon Bayerns.

Prüfungsform im BA und im modularisierten Lehramt: KL.
Prüfungsform im Master und GPS: KL.
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Dr. Franz Bornschlegel
Paläographie des Mittelalters im Überblick, 2stündig.
Mi. 8-10 Uhr, Historicum, Raum K 402, Beginn: 27.04.2022.

Anhand ausgewählter Beispiele gehobener Buch-, Urkunden- und Geschäftsschriften vermittelt die Veranstaltung einen Einblick in die Schreibgewohnheiten des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Neben der Erarbeitung allgemeiner Entwicklungslinien der Schreibschrift werden auch Fragen der Schrifthierarchie, regionale Sonderentwicklungen sowie Wechselwirkungen mit epigraphischen und typographischen Schriften angesprochen. Zum tieferen Verständnis der Schreib- und Kürzungsgewohnheiten wird das Lesen und Transkribieren der Schriften in der Veranstaltung einen breiten Raum einnehmen.

Literatur zur Einführung:
- Bernhard Bischoff, Paläographie des römischen Altertums und des abendländischen Mittelalters. Mit einer Auswahlbibliographie 1986-2008 von Walter Koch (Grundlagen der Germanistik 24). Berlin 42009.
- Otto Mazal, Lehrbuch der Handschriftenkunde (Elemente des Buch- und Bibliothekswesens 10). Wiesbaden 1986.

Prüfungsformen im BA und mod. LA: KL.
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Ellen Bošnjak M.A.
Buchschriften des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit: Der Übergang von der Bastarda zur Kurrentschrift, 2stündig.
Mi. 15-17 Uhr, Historicum, Raum K 327, Beginn: 27.04.2022.

Der Schwerpunkt dieser Übung liegt auf dem Erwerben und Vertiefen von Lesefertigkeiten. Ziel soll die Erleichterung von Quellenarbeit an Archivmaterial sein. Es werden hauptsächlich sogenannte Privaturkunden des bayerischen Raumes aus der Zeit zwischen 1400 und 1650 gelesen, die in den Archiven in großem Umfange vorhanden sind. Anhand der Beispiele soll die Entwicklung der Privaturkundenschrift von der Bastarda und der gotischen Kursive hin zur Kurrentschrift nachvollzogen werden. Die Sprache der Stücke wird überwiegend frühneuhochdeutsch sein. Inhalt der Übung ist zudem das Kürzungswesen, die Transkriptionsregeln sowie ein chronologischer Teil.

Literatur zur Einführung:
- Hellmut Gutzwiller, Die Entwicklung der Schrift vom 12. bis ins 19. Jahrhundert. Solothurn 1981.
- Ernst Ziegler / Jost Hochuli, Hefte zur Paläographie des dreizehnten bis zwanzigsten Jahrhunderts aus dem Stadtarchiv (Vadiana). St. Gallen, Heft III-V, Rorschach 1987.
- Kurt Dülfer / Hans-Enno Korn, Schrifttafeln zur deutschen Paläographie des 16.-20. Jahrhunderts, bearb. von Karsten Uhde (Veröffentlichungen der Archivschule Marburg 2). 12. Aufl. Marburg 2007.

Prüfungsform im BA und im modularisierten Lehramt: KL.
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Prof. Dr. Hubert Emmerig
Neuzeitlicher Geldumlauf in Bayern, 2stündig..
Fr., 03.06.2022/ Fr., 24.06.2022/ Fr., 08.07.2022, 9-17 Uhr, Historicum, Raum K 226.

Neben der Auseinandersetzung mit der Kenntnis der Objekte, der Münzen, zielt eine weitere wichtige Fragestellung der Numismatik auf die Rekonstruktion des Geldumlaufs. Es ist nicht nur zu klären, was sich hinter diesem Begriff eigentlich verbirgt, sondern insbesondere, welche Quellen uns zur Erforschung des Geldumlaufs zur Verfügung stehen. Damit bewegen wir uns vom einzelnen Objekt weg, hin zu einer größeren Kategorie, der Geldgeschichte.

Sollte eine Durchführung als Präsenzveranstaltung nicht möglich sein, ist eine digitale Durchführung an den genannten Terminen sowie an den jeweils darauf folgenden Samstagen (nur 25. 6. und 9. 7.) in kleineren Einheiten geplant.

Prüfungsform im BA und modularisierten LA: RE.
Prüfungsformen im Master und und im Master-Nebenfach (His im GPS): RE.
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Prof. Dr. Matthias Stern
Lesen und Kommentieren antiker Papyri, 2stündig.
Do. 16-18 Uhr, Historicum Raum K 327, Beginn: 28.04.2022.

Die Papyri aus dem griechisch-römischen Ägypten stellen unter den Quellen zur Antike eine Besonderheit dar. Literarische Papyri haben uns zwar Textfragmente und ganze Werke antiker Autoren überliefert – vieles hatte die Forschung verloren geglaubt, anderes war zuvor nicht einmal dem Namen nach bekannt gewesen. Doch dokumentarische Papyri (Verträge, Amtsakten, private Briefe, geschäftliche Notizen und vieles mehr) beleuchten dagegen Lebensbereiche antiker Menschen und deren Gemeinschaften, für die uns aus anderen Regionen schlichtweg die Quellen fehlen. Im Gegensatz etwa zur Welt der hohen politischen Geschichtsschreibung, der Epen und der philosophischen Abhandlungen begegnen uns hier ganz alltägliche Belange und Sorgen der einfachen Bevölkerung; zugleich kann mithilfe des umfangreichen Aktenmaterials aus den Amtsstuben auch die alltägliche Herrschaftspraxis der hellenistischen und römischen Herrscher:innen Ägyptens erforscht werden. Aufgrund der speziellen Überlieferungslage und der in den Papyri verwendeten individuellen Handschriften stellen die Papyri allerdings auch besondere Anforderungen an ihre Bearbeiter:innen.
In der Veranstaltung sollen die Teilnehmenden angeleitet werden, sich dieses vielseitige und stetig wachsende Quellencorpus (derzeit ca. 70.000 edierte Texte) über Leseübungen einerseits und die Praxis historischer Kommentierung andererseits zu erschließen. So stehen Einführungen in die verschiedenen Schriftformen und die spezifische Sprache der Papyri auf dem Programm und es werden Grundfragen, Arbeitsweisen und Hilfsmittel der Papyrologie (v.a. spezifische Wörterbücher, Handbücher und Datenbanken) vorgestellt und deren Anwendung anhand der Arbeit an einzelnen Papyri praktisch eingeübt.
Wir werden uns ausgewählte Themenbereiche des griechisch-römischen Ägypten und der antiken Welt mithilfe der Lektüre und Kommentierung individueller dokumentarischer Papyri erschließen. Besondere Themenwünsche für die bearbeiteten Texte vonseiten der Teilnehmenden können aber nach Möglichkeit gern berücksichtigt werden.
Da in den Zeiten, da Ägypten unter griechischer oder römischer Herrschaft stand (332 v. Chr.–642 n. Chr.) – und sogar darüber hinaus – das Griechische die Verkehrs- und allgemeine Verwaltungssprache des Ostmittelmeerraums war, sind auch die Papyri jener Zeit zum überwiegenden Teil in dieser Sprache (und nicht etwa Latein oder Ägyptisch) abgefasst. Sowohl für die Leseübungen, aber auch für die Kommentierung sind daher Grundkenntnisse des Altgriechischen notwendig. Falls Sie diesbezüglich unsicher sind, wenden Sie sich gern an mich.

Die Veranstaltung ist als Präsenzveranstaltung geplant. Da wir jedoch oft gemeinsam mit Online-Datenbanken und digitalisierten Abbildungen der Papyri arbeiten werden, ist die Mitnahme eines Laptops in die Veranstaltung empfohlen.

Literatur:
- R. S. Bagnall, Reading Papyri, Writing Ancient History, 2. Aufl., New York 2020.
- R. S. Bagnall, Everyday Writing in the Graeco-Roman East, Berkely 2011.
- R. S. Bagnall (Hg.), The Oxford Handbook of Papyrology, Oxford 2009.
- H. Blum/R. Wolters, Alte Geschichte studieren, 3. Aufl., München 2021.
- H. Harrauer, Handbuch der griechischen Paläographie, 2 Bde., Stuttgart 2010.
- P. W. Pestman, The New Papyrological Primer, 2. Aufl., Leiden 1994.
- H.-A. Rupprecht, Kleine Einführung in die Papyruskunde, Darmstadt 1994.
- E. G. Turner, Greek Papyri. An Introduction, Princeton 1968.

Zum griechisch-römischen Ägypten:
- R. S. Bagnall (Hg.), Roman Egypt. A History, Cambridge 2021 (trotz des Titels eine gute Einführung auch in das ptolemäisch-hellenistische sowie das spätantike Ägypten).
- R. S. Bagnall (Hg.), Egypt in the Byzantine World, 300-700, Cambridge 2007.
- C. Riggs (Hg.), The Oxford Handbook of Roman Egypt, Oxford 2012.
- K. Vandorpe (Hg.), A Companion to Greco-Roman and Late Antique Egypt, Hoboken, NJ, 2019.

Eine beispielhafte Auswahl von Papyri in Übersetzung:
- J. Hengstl (Hg.), Griechische Papyri aus Ägypten als Zeugnisse des öffentlichen und privaten Lebens, München 1978.

Prüfungsformen im Master und GPS: RE.

 

Dr. Susanne Wolf
Wie erforsche ich die Geschichte eines Klosters? Kleine Quellenkunde für Einsteiger und Leseübung zur Deutschen Schrift des 14.-16. Jh., 2stündig.
Mi. 17-19 Uhr, Online-Meeting, Beginn: 27.04.2022.

Welche Quellen werden zur Darstellung der Geschichte eines Klosters herangezogen? Sind in einem Klosterarchiv neben Primärquellen wie Urkunden, Amtsbücher und Akten auch erzählende Quellen wie Chroniken überliefert? Welche Informationen lassen sich beispielsweise in Kopialbüchern, Urkundenregistern, Rechnungsbüchern, Urbaren, Stift- und Gültverzeichnissen, Stiftungs- und Jahrtagsbüchern oder Nekrologien erwarten? Was hat ein Abt mit Ehekonsensurkunden zu tun?
Die Übung bietet die Möglichkeit, anhand des im Bayerischen Hauptstaatsarchiv verwahrten Klosterarchivs des Zisterzienserklosters Aldersbach (Lkr. Passau) einen ersten Überblick über die Vielfalt archivischer Quellen zu gewinnen und zu entdecken, welche Themenspektren sich darin eröffnen. Die Übung soll zur Arbeit mit Archivalien hinführen und zu eigenen Forschungen anregen. Da sich Originalquellen nicht von selbst entschlüsseln, steht das Lesen entsprechender Beispieltexte und das Üben paläografischer Grundfertigkeiten im Vordergrund des Kurses.

Mit Online-Sitzungen (Zoom) und in Präsenz im Bayerischen Hauptstaatsarchiv.

Literatur zur Einführung:
- Susanne Wolf, Urkunden, Akten, Amtsbücher - das Archiv des Klosters Aldersbach und warum alte Repertorien für die historische Forschung nützlich sind, in: Robert Klugseder (Hg.), Beiträge zur mittelalterlichen Geschichte des Klosters Aldersbach (Studien und Mitteilungen zur Geschichte des Benediktinerordens. Ergänzungsband 55), Sankt Ottilien 2021, S. 81–121.
- Website "Kloster Aldersbach. Geschichte und Forschung" bzw. "Kloster Aldersbach Digital (KAD)": www.alderspach.de des Musikwissenschaftlers PD Dr. Robert Klugseder.
- Der Bestand "Kloster Aldersbach Urkunden" des Bayerischen Hauptstaatsarchivs (mit einem Vorwort von Adelheid Krah) online bei Monasterium.net.

Prüfungsform im Master und GSP (PO 2011): KL.

Über die hier angeführten Lehrveranstaltungen hinaus kann der Leistungsnachweis einer Lehrveranstaltung aus den Historischen Grundwissenschaften auch aus dem folgenden Angebot anderer Institute erworben werden (siehe LSF):

Prof. Dr. Dieter Weiß
Ritterorden in Bayern, Franken und Schwaben (Mittelalter) (Vertiefungskurs).

Dr. Gerhard Immler
Paläographische Leseübung zu archivalischen Quellen des 16. Jahrhunderts (Übung).