Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde
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Der neue Master Geschichte mit Zertifikat Historische Grundwissenschaften

Die LMU München ist eine der wenigen Universitäten in Deutschland, die über eine eigene Professur für Historische Grundwissenschaften verfügen – dabei sind die unter diesem Stichwort zusammengefassten Disziplinen unerlässlich für die Erschließung und vorbereitende Kritik historischer Quellen in ihrer gesamten Breite.

Schriftgeschichte, Urkundenlehre, Siegel- und Wappenkunde, Zeitrechnung und Genealogie, Münzkunde und Geldgeschichte dienen in erster Linie dem Ziel, Quellen zu datieren und in ihren zeitlichen und regionalen Besonderheiten zu erfassen. Die Historischen Grundwissenschaften sind in den letzten Jahrzehnten überdies zu selbständigen Disziplinen der Kulturgeschichte geworden, die sich mit Formen schriftlicher und nichtschriftlicher Kommunikation in der Gesellschaft vor allem, aber nicht nur des Mittelalters befassen.

Im neuen, "reformierten" Master Geschichte an der LMU ist es möglich, einen besonderen Schwerpunkt "Historische Grundwissenschaften" zu wählen. Bei erfolgreichem Abschluss erhalten die Absolventen neben ihrem Zeugnis ein Zertifikat, mit dem sie nachweisen können, den Schwerpunkt "Historische Grundwissenschaften" studiert zu haben.

Arbeitsumfeld und wissenschaftliche Ausbildung

In München profitieren die Studierenden der Historischen Grundwissenschaften von vielfältigen, sich über die gesamte Epoche des Mittelalters erstreckenden Forschungsprojekten, die hier betrieben werden, deren Untersuchungsergebnisse unmittelbar in die Lehre einfließen und deren wertvolle Materialsammlungen für den Unterricht fruchtbar gemacht werden.

Ideale Bedingungen für die wissenschaftliche Ausbildung ergeben sich durch diese enge Verbindung von Forschung und Lehre, aber auch durch die unvergleichlich gute kulturelle, wissenschaftliche und institutionelle Umgebung in München. Das Spektrum an Einrichtungen, die Kostbarkeiten beherbergen, die zentrale Forschungsgegenstände des Faches darstellen, ist überaus reich: das Bayerische Hauptstaatsarchiv, zahlreiche andere Münchner Archive, die Bayerische Staatsbibliothek und viele Museen ermöglichen Forschungen ohne weite Wege und teure Reisen. Damit ist es schon im Studium möglich, Geschichte »hautnah« zu erleben, nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch:

Die Studierenden können Originalquellen einsehen, anfassen und untersuchen und auf ihrer Basis Qualifizierungsarbeiten verfassen. Viele Regalkilometer zum Teil völlig unerforschter Urkunden, Akten und Bücher aus Mittelalter und Früher Neuzeit warten auf neugierige Studierende! Lehrbeauftragte aus dem Bayerischen Hauptstaatsarchiv, der Bayerischen Staatsbibliothek, der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und dem Münchner Stadtarchiv bieten Übungen für Studierende an und stellen so die unmittelbare Verbindung zwischen Studium und beruflicher Praxis her.

Forschungsschwerpunkte der Professur

Die Schwerpunkte in der Forschung lagen bislang bei den klassischen Disziplinen Paläographie und Diplomatik des Mittelalters und der frühen Neuzeit und aufgrund des bei den Historischen Grundwissenschaften angesiedelten Epigraphischen Forschungs- und Dokumentationszentrums bei der Epigraphik. Die "kleineren Disziplinen" der Historischen Grundwissenschaften, beispielsweise die Heraldik oder die Numismatik, finden in der Lehre aber ebenso Berücksichtigung.

Die Professur für Historische Grundwissenschaften hat darüber hinaus in den vergangenen Jahren eine Expertise im Bereich der Digital Humanities aufgebaut und wird künftig entsprechend ihrer neuen Denomination diesen noch jungen Wissenschaftszweig weiter entwickeln. Der digitalen Präsentation und computergestützten Analyse der Quellen gehört die Zukunft; deshalb ist es nötig, über die Art und Weise zu reflektieren, wie historisches Material im Internet präsentiert wird. Die Beteiligung der Professur z.B. am virtuellen Urkundenarchiv monasterium.net ist von der Überzeugung gespeist, dass sich Wissenschaft über kollaborative Onlineplattformen der Gesellschaft öffnen kann. Lehrveranstaltungen zu digitalen Methoden werden mit Unterstützung der Abteilung künftig verstärkt am Historischen Seminar angeboten.

Studienverlauf

Der Schwerpunkt kann in einem Zertifikat zum Abschlusszeugnis ausgewiesen werden, wenn mindestens 75 ECTS-Punkte in ihm erworben wurden. Dies wird etwa erreicht, indem drei Aufbaumodule in diesem Bereich belegt (insgesamt 45 ECTS) und dort auch die Masterarbeit geschrieben wird (30 ECTS) oder indem zwei Aufbaumodule (30 ECTS), drei Übungen (15-18 ECTS) und die Masterarbeit (30 ECTS) in dem Schwerpunkt absolviert werden.
Der Master Geschichte kann entweder als Hauptfach (120 ECTS) oder im Rahmen des Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Profilbereichs (30 ECTS) studiert werden. Vor dem Beginn eines Masterstudiums der Geschichte als Hauptfach (120 ECTS) muss ein Eignungsverfahren absolviert werden.

Voraussetzung und Bewerbung

Das Programm richtet sich an BA-Absolvent/-innen nicht nur der Geschichte, sondern auch aus Nachbardisziplinen mit historischen Anteilen. Der Anteil an historischen Lehrveranstaltungen muss im BA nach Prüfung und ggf. Anerkennung mindestens 60 ECTS-Punkte betragen. Vor dem Beginn eines Masterstudiums der Geschichte als Hauptfach (120 ECTS) müssen Sie – unabhängig vom Schwerpunkt – ein Eignungsverfahren absolvieren.

Alle grundlegenden Informationen (Zulassungsvoraussetzungen, Sprachkenntnisse, Aufbau des Studiums, Prüfungen, Beratungsmöglichkeiten) sind im Leitfaden für den Master Geschichte (PO 2018) (PDF, 264 KB) nachlesbar.