Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde
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Wintersemester 2018/19

Die Veranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, im Historicum, Schellingstr. 12/Amalienstr. 52 statt.

Die zentrale Einführungsveranstaltung des Historischen Seminars für Studienanfängerinnen und Studienanfänger im Fach Geschichte findet in der Woche vor Semesterbeginn statt. Die Teilnahme wird allen Erstsemestern dringendst empfohlen. Hier erhalten Sie detaillierte Auskünfte über die verschiedenen Abteilungen des Faches, Fremdsprachenanforderungen sowie Studienplanung und Scheinanforderungen in den Studiengängen. Außerdem werden auch Führungen durch die Bibliothek des Historicums angeboten.

Download: Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis der Abteilung Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde, Wintersemester 2018/19 (XX kB) [folgt]


Vorlesung / Einführungsvorlesung / Vertiefungsvorlesung

PD Dr. Thomas Wozniak

Einführung in die Historischen Grundwissenschaften, 2stündig

Mi, 12-14 Uhr, Historicum HS K 001, Beginn: 17.10.2018.

Die Vorlesung möchte zunächst in den klassischen Kanon (Ahasver von Brandt) der Grund-, Hilfs- oder Basiswissenschaften Einblick geben, also Chronologie, Kartographie, Genealogie (ergänzt durch Prosopographie und Demographie), weiterhin Paläographie, Diplomatik, Aktenkunde sowie Sphragistik, Heraldik und Numismatik. Dies erweiternd stehen aber auch Disziplinen, die dieses Spektrum seit einiger Zeit ergänzen im Vordergrund, wie die Epigraphik mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Inschriften, die Kodikologie, die Vexillologie, die Metrologie, die Realienkunde, die Wasserzeichenkunde und die Insignienkunde. Aufgrund der digitalen Entwicklungen der letzten Jahre müssen zudem auch quantitative, sozialtopographische oder fachinformatische Methoden betrachtet werden. Jede dieser Subdisziplinen wird bezüglich ihrer Entwicklung und ihrer Arbeitsweisen im Überblick dargestellt und an praktischen Beispielen erläutert.

Literatur zur Einführung:
- BRANDT, Ahasver von: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften. Stuttgart 2012.
- DELORT, Robert: Introduction aux sciences auxiliaires de l'histoire. Paris 1969.
- HENNING, Eckart: Auxilia historica. Beiträge zu den Historischen Hilfswissenschaften und ihren Wechselbeziehungen. Köln u. a. 2004.
- KLUGE, Mathias (Hg.), Handschriften des Mittelalters. Grundwissen Kodikologie und Paläographie (mit 7 Lehrfilmen auf DVD), Ostfildern 2014.
- KÜMPER, Hiram: Materialwissenschaft Mediävistik. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften. Paderborn 2014.
- ROHR, Christian: Historische Hilfswissenschaften. Eine Einführung, Wien u.a. 2015

Prüfungsform im BA und modularisierten Lehramt: KL.
Keine Prüfung im Didaktikfach Mittelschule und Sonderpädagogik.


Vertiefungskurse / Aufbaukurse

apl. Prof. Dr. Martina Hartmann

Edition und Editionsprobleme karolingerzeitlicher Quellen, 3stündig

Do, 10-13 Uhr, MGH, Präsidentenzimmer, Ludwigstr. 16, Beginn: 18.10.2018.

Anmeldung unter: martina.hartmann[at]mgh.de

Wichtige Quellen zur karolingischen Geschichte wurden zwar schon früh in den Editionen der Monumenta Germaniae Historica herausgegeben, aber sie genügen häufig nicht mehr den modernen Editionsstandards. In der Übung sollen ausgewählte Partien der karolingischen Annalistik und der Viten der Äbte Adalhards und Walas von Corbie, Vettern Karls des Großen, in den alten Editionen im Hinblick auf die Erfordernisse einer Neuedition untersucht und einzelne Passagen ediert werden.

Literatur zur Einführung:
STAUB, Johannes: Die Corveyer Überlieferung der Adalhardvita des Paschasius Radbertus. Mit Edition ihrer metrischen und rhythmischen Textzusätze, in: Scripturus vitam. Lateinische Biographie von der Antike bis in die Gegenwart. Festgabe für Walter Berschin zum 65. Geburtstag, hg. von WALZ, Dorothea (2002), S. 747-754.
- TISCHLER, Matthias M.: Der doppelte Kontext. Neue Perspektiven für die Erforschung der karolingischen Annalistik, in: Zwischen Niederschrift und Wiederschrift. Hagiographie und Historiographie im Spannungsfeld von Kompendienüberlieferung und Editionstechnik, hg. von CORRADINI, Richard (Forschungen zur Geschichte des Mittelalters 18, 2010), S. 17-28.

Besondere Hinweise: Gute Lateinkenntnisse sind Voraussetzung!

Prüfungsformen im BA und modul. LA: RE, KL, HA.
Prüfungsformen im Master und im Master-Nebenfach (His im GSP): RE, HA.


PD Dr. Thomas Wozniak

Schriftlichkeit in Sankt Gallen, 3stündig.

Di, 18-21 Uhr, Historicum HS K 327, Beginn: 16.10.2018 (Teilnehmerzahl auf 25 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag

Das Kloster St. Gallen geht auf eine Anfang des 7. Jahrhunderts vom irischen Mönch Gallus gegründete Zelle zurück. Während des Früh- und Hochmittelalters entwickelte es sich zu einem der bedeutendsten Klöster der Christenheit. Im Skriptorium des Klosters entstanden, besonders während des „Goldenen“ Zeitalters von 816 bis zum Ungarneinfall 926 biblische und wissenschaftliche Texte von hohem Rang. Diese Schriftzeugnisse, aber auch ihre politischen, wirtschaftlichen und sozialen Kontexte stehen im Fokus der Veranstaltung.

Literatur zur Einführung:
- OCHSENBEIN, Peter (Hrsg.): Das Kloster St. Gallen im Mittelalter. Die kulturelle Blüte vom 8. bis zum 12. Jahrhundert. Stuttgart 1999.
- DUFT, Johannes: Die Abtei St. Gallen. 3 Bde. Sigmaringen 1990–1994.

Prüfungsformen im BA und modul. LA: RE, KL, HA.
Prüfungsformen im Master und im Master-Nebenfach (His im GSP): RE, HA.


Basiskurs / Grundlagenkurs

Dr. Franz-Albrecht Bornschlegel

Schrift und Schriftlichkeit im Mittelalter - die Stadt Straubing, 3stündig.

Fr, 8-11 Uhr, Historicum HS K 302, Beginn: 26.04.2017.

Die Anmeldung zum Basiskurs erfolgt zentral im Zuge der Anmeldung zu den Seminaren der mittelalterlichen Geschichte (siehe dazu die Ankündigungen bei der mittelalterlichen Geschichte).

Im ersten Teil der Veranstaltung sollen die schriftlichen Zeugnisse des Mittelalters allgemein kategorisiert, methodisch erfasst und im zeitlichen Wandel betrachtet werden. Er dient der Einführung in die Grundbegriffe, Arbeitsmethoden und Hilfsmittel der Historischen Grundwissenschaften (HGW), die sich aus etablierten wie jungen Forschungszweigen zusammensetzen. Jedes Fach ist für sich autonom und erfordert eigene Fragestellungen und Methoden. Der Kurs beschäftigt sich mit der Diplomatik (Urkundenlehre) und der Paläographie (Lehre der Entwicklung der lateinischen Schrift), die zu den klassischen Disziplinen der Historischen Grundwissenschaften zählen und den Schwerpunkt des Basiskurses bilden. Ferner gilt die Betrachtung den eng mit diesen Kernfächern in Zusammenhang stehenden Forschungsbereichen Chronologie (Zeitrechnungslehre), Sphragistik (Siegelkunde) sowie der an der hiesigen Abteilung besonders gepflegten, jungen Disziplin der Epigraphik (Inschriftenkunde) des Mittelalters und der Neuzeit.
Im zweiten Teil der Veranstaltung stellen ausgewählte Schriftzeugnisse aus der Stadt Straubing (sie feiert in diesem Jahr das Jubiläum „800 Jahre Gründung Neustadt"), die Referatsthemen, die nach allgemein historischen wie grundwissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten sind.

Literatur zur Einführung:
* Disziplinen und Arbeitsmethoden der HGW:
- BRANDT, Ahasver von: Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften. Mit aktualisierten Literaturnachträgen und einem Nachwort von Franz FUCHS (Urban Taschenbücher 33), 18. Aufl., Stuttgart 2012.
* Wissenschaftliches Arbeiten:
- FREYTAG, Nils / PIERETH, Wolfgang: Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, 5. aktualisierte Aufl., Paderborn 2011.
* Straubing, Einführungsliteratur:
- KRENN, Dorit-Maria: Kleine Straubinger Stadtgeschichte, Regensburg 2012
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Prüfungsform(en) im BA und im modularisierten Lehramt: RE, KL, HA.
Prüfungsformen im Didaktikfach Mittelschule und Sonderpädagogik: RE, HA.


Lektürekurs

Dr. Franz-Albrecht Bornschlegel

Lektürekurs

Erste Sitzung: XX.XX.2018, XX Uhr c.t. (Historicum tba), danach selbständiges Arbeiten.

Anmeldung unter: franz.a.bornschlegel[at]lrz.uni-muenchen.de (bis 15.10.2018)

Im Lektürekurs innerhalb des Master-Studiengangs lesen die Studierenden selbständig wissenschaftliche Literatur, die zu den Grundlagenwerken des Faches gehört oder einen besonderen Einfluss auf die Forschung ausgeübt hat. Die Auswahl der Titel erfolgt in Absprache mit dem Dozenten; in einer Zwischenbesprechung gegen Mitte des Semesters können etwaig auftretende Fragen oder Probleme erörtert werden; am Semesterende wird die Lektüre diskutiert.

Prüfungsform(en): MP (Gemeinsames Abschlussgespräch).


Übungen

Dr. Franz-Albrecht Bornschlegel

Grundriss der Paläographie des Mittelalters, 2stündig.

Mi, 14-16 Uhr, Historicum HS K 201, Beginn: 17.10.2018 (Teilnehmerzahl auf 20 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag

Anhand ausgewählter Beispiele gehobener Buch-, Urkunden- und Geschäftsschriften vermittelt die Veranstaltung einen Einblick in die Schreibgewohnheiten des Mittelalters und der frühen Neuzeit. Neben der Erarbeitung allgemeiner Entwicklungslinien der Schreibschrift werden auch Fragen der Schrifthierarchie, regionale Sonderentwicklungen sowie Wechselwirkungen mit epigraphischen und typographischen Schriften angesprochen. Zum tieferen Verständnis der Schreib- und Kürzungsgewohnheiten wird das Lesen und Transkribieren der Schriften in der Veranstaltung einen breiten Raum einnehmen.

Prüfungsform(en) im BA und im modularisierten Lehramt: KL.
Die Übungen des BA-Typs "Grundwissenschaften" entsprechen den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.


apl. Prof. Dr. Hubert Emmerig

Geld in Bayern vom frühen Mittelalter bis in salische Zeit, 2stündig.

Blockveranstaltung: Fr, 21.12.2018 / Fr, 18.01.2019 / Fr, 01.02.2019 / jeweils 9-17 Uhr, Historicum HS K 226, Beginn: 21.12.2018 (Teilnehmerzahl auf 20 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag

Die Veranstaltung vermittelt Grundbegriffe des „deutschen“ Münzwesens vom Frühmittelalter bis ins 11. Jahrhunderts. Dabei werden die bayerischen Verhältnisse im Mittelpunkt stehen. Neben der Münzprägung selbst (Fotos und Originale) werden einschlägige schriftliche Quellen, Münzfunde und Fragen des Geldumlaufs, aber auch allgemein Forschungsstand und Forschungsmethoden behandelt.

Prüfungsform(en) im BA und im modularisierten Lehramt: RE.
Prüfungsform(en) im MA und Master-Nebenfach (His im GSP): RE.
Die Übungen des BA-Typs "Grundwissenschaften" entsprechen den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.


Friedrich Ulf Röhrer-Ertl

Einführung in das Wappenwesen (Heraldik), 2stündig.

Di, 08-10 Uhr, Historicum HS K 201, Beginn: 16.10.2018 (Teilnehmerzahl auf 20 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag

Das Wappenwesen Europas, das sich ab dem 12. Jahrhundert ausbildete, wird oft populär als "Kurzschrift der Geschichte" bezeichnet. Tatsächlich bilden Wappen in ihrer nahezu universellen Verwendung eine der wichtigsten Chiffren der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen Gesellschaft – im Hochadel ebenso wie im städtischen Patriziat oder sogar in einzelnen ländlichen Bezugsfeldern. Auswirkungen dieser Entwicklungslinien sind bis heute zu spürbar. Die Übung möchte Grundlagen legen zur eigenständigen Beschäftigung mit der Wappenkunde als ergänzende Hilfswissenschaft der Geschichtsforschung. Neben einem Abriss der geschichtlichen Entwicklung der Heraldik in Europa mit gelegentlichen Ausblicken auf außereuropäische Gesellschaften und Kulturen werden grundlegende Literatur besprochen sowie die Grundlagen der üblichen Wappenbeschreibung (Blasonierung) vermittelt.
Die Veranstaltung richtet sich vornehmlich an Studentinnen und Studenten der historischen Fächer. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt. Zeitplan, Literaturliste und Referatsthemen werden in der ersten Sitzung bekannt gegeben.

Prüfungsform(en) im BA und im modularisierten Lehramt: RE.
Die Übungen des BA-Typs "Grundwissenschaften" entsprechen den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.


PD Dr. Thomas Wozniak

Unterschätzte Quellen? Zu Schiefer- und Wachstafeln, Birkenrinden, Graffiti und Rötelinschriften, 2stündig.

Do, 08-10 Uhr, Historicum HS K 302, Beginn: 18.10.2018 (Teilnehmerzahl auf 20 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag

Abseits der Texte auf klassischen Beschreibstoffen (Papyrus, Pergament, Papier), aber auch den Inschriften auf Holz oder Stein gibt es eine Reihe von weiteren Beschreibstoffen und Anbringungsarten, die sehr anschauliche Quellen der Alltagsgeschichte darstellen. Diese sehr individuellen Quellenzeugnisse bieten einen unerwartet detaillierten Blick in das praktische Leben der mittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Zeitgenossen. Bisher standen solche Quellen aber nur selten im Fokus. Die Übung soll dazu dienen, die Dokumentations- und Editionsstandards praktisch anzuwenden und sich mit den methodischen Möglichkeiten und Grenzen der Auswertung solcher Quellen auseinanderzusetzen.

Literatur zur Einführung:
- CHAMPION, Matthew: Medieval Graffiti. The Lost Voices of England’s Churches. London 2015.
- KRAACK, Detlev / LINGENS, Peter: Bibliographie zu historischen Graffiti zwischen Antike und Moderne. Krems 2001.
- KRÜGER, Kristina: Schreibgriffel und Wachstafeln als Zeugnisse von Schriftlichkeit im Mittelalter. In: Text als Realie. Internationaler Kongress Krems an der Donau 3.-6. Oktober 2000 (Forschungen des Instituts für Realienkunde des Mittelalters und der frühen Neuzeit, Band 704). 2003, S. 229–261.
- SCHAEKEN, Jos: Stemmen op berkenbast, online.
- SCHMITZ-EHMKE, Ruth / BAUER, Gerd: Die Schiefertafeln aus St. Ursula in Köln, in: Jahrbuch der rheinischen Denkmalpflege 29 (1983), S. 227-262
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Prüfungsform(en) im BA und im modularisierten Lehramt: RE.
Prüfungsform(en) im MA und Master-Nebenfach (His im GSP): RE.
Die Übungen des BA-Typs "Grundwissenschaften" entsprechen den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.


 

Über die hier angeführten Lehrveranstaltungen hinaus kann der Leistungsnachweis einer Lehrveranstaltung aus den Historischen Grundwissenschaften auch aus dem folgenden Angebot anderer Institute erworben werden:

Dr. Gerhard Immler
Papst- und Königs-, Bischofs- und Fürstenurkunden im Vergleich, 2stündig (Di, 17-19 Uhr)
Für weitere Informationen bitte das Vorlesungsverzeichnis (via LSF) konsultieren.