Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde
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Wintersemester 2021/22

Studienberatung: 12.10.2021, 15-16 Uhr
(Dr. Franz-Albrecht Bornschlegel unter Tel. 089/2180-5460)

Die zentralen Einführungsveranstaltungen des Historischen Seminars für Studienanfängerinnen und -anfänger im Fach Geschichte findet in den Wochen vor Semesterbeginn statt. Die Teilnahme wird allen Erstsemestern dringendst empfohlen. Hier erhalten Sie detaillierte Auskünfte über die verschiedenen Abteilungen des Faches, Fremdsprachen-anforderungen sowie Studienplanung und Scheinanforderungen in den Studiengängen. Außerdem werden auch Führungen durch die Bibliothek des Historicums angeboten.

Download: Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis der Abteilung Historische Grundwissenschaften, Wintersemester 2021/2022 (PDF, 364 kB; Stand 18.10.2021)

(Vorgängerversion; Stand 27.09.2021)

Vorlesung / Einführungsvorlesung / Vertiefungsvorlesung

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Materialität in den Historischen Grundwissenschaften - Aktuelle Technologien, die Digital Humanities und neue Wege in der Forschung, 2stündig (Seniorenstudium/Studium Generale).
Mi. 16-18 Uhr, Geschwister-Scholl-Platz 1, Raum A 021, Beginn: 20.10.2021.

Die Lehrveranstaltung, die als Ringvorlesung stattfinden wird, soll die Rolle der Naturwissenschaften und der Digital Humanities in den Historischen Grundwissenschaften beleuchten. Die Vortragenden, durchweg bekannte Spezialisten in ihren Fachbereichen, werden u. a. zu Palimpsesten und Möglichkeiten ihrer materialtechnologischen Auswertung, zur Rolle der Digital Humanities in der Wasserzeichenforschung, zur Fragmentforschung und zur automatischen Schrifterkennung sprechen. Das genaue Programm wird vor Semesterbeginn noch bekanntgegeben.

Die Literatur zum Thema wird im Rahmen der Vorlesung bekanntgegeben.

Prüfungsform im BA und mod. LA (Studienbeginn bis SoSe 2020):
Keine Prüfung im BA und LA (Studienbeginn ab WiSe 2020/21).
Keine Prüfung im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik (Studienbeginn ab WiSe 2015/16).

Aufbaukurs Master

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Humanist, Jurist und Sammler - Der Augsburger Stadtschreiber Konrad Peutinger und sein Umkreis, 3stündig.
Do. 15-18 Uhr, Historicum, Raum K 022, Beginn: 21.10.2021.

Konrad Peutinger (1465-1547), Augsburger Stadtschreiber und Berater Kaiser Maximilians I., ist einer der bedeutendsten Humanisten des süddeutschen Raumes an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Im Mittelpunkt des Seminars soll weniger der Politiker und Diplomat Peutinger stehen, sondern seine Sammeltätigkeit, in der sich sein Humanismus spiegelt und die verschiedenen Bereiche wie Bücher, Münzen und Inschriften umfasste. Methodisch kann diese vor allem mit grundwissenschaftlichen Methoden (Numismatik, Bibliotheksgeschichte, Epigraphik etc.) untersucht werden, was an verschiedenen Beispielen erläutert werden soll.

Vorgesehen ist im Rahmen des Seminars auch eine eintägige Exkursion nach Augsburg, falls die Lage dies zulässt. Der Termin wird in Absprache mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern festgelegt.

Grundkenntnisse des Lateinischen sind unbedingt empfehlenswert.

Weiterführende Literatur zum Thema wird in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben.

Prüfungsformen im Master und im Master-Nebenfach (His im GSP): RE+HA

Bachelorkurs / Doktorandenkolloquium / Masterkolloquium / Oberseminar

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Seminar für Doktoranden, Magistranden sowie Master- und Bachelorstudierende im Abschlusssemester, 2stündig.
Di. 19-21 Uhr, Historicum, Raum K 302, Beginn: 19.10.2021.

Im Oberseminar wird über den Stand der laufenden Bachelorarbeiten, Master-/Magister-arbeiten und Dissertationen berichtet; zudem stellen Mitarbeiter und auswärtige Kollegen ihre Projekte vor. Geplant ist außerdem zumindest eine Ein-Tages-Exkursion nach Salzburg mit Besuch des Stiftsarchivs der Erzabtei St. Peter. Termine werden noch bekannt gegeben.

Die Lehrveranstaltung wird in Präsenz stattfinden. Die Vorbesprechung mit weiteren Informationen findet im Rahmen der ersten Sitzung statt.

Prüfungsform: RE.

Basiskurs

Dr. Franz-Albrecht Bornschlegel
Schrift und Schriftlichkeit im Mittelalter: die Stadt München, 3stündig.
Fr. 8-11 Uhr, Historicum, Raum K 202, Beginn: 22.10.2021.

Im ersten Teil der Veranstaltung sollen die schriftlichen Zeugnisse des Mittelalters allgemein kategorisiert, methodisch erfasst und im zeitlichen Wandel betrachtet werden. Er dient der Einführung in die Grundbegriffe, Arbeitsmethoden und Hilfsmittel der Historischen Grundwissenschaften, die sich aus etablierten wie jungen Forschungszweigen zusammensetzen. Jedes Fach ist für sich autonom und erfordert eigene Fragestellungen und Methoden. Der Kurs beschäftigt sich mit der Diplomatik (Urkundenlehre) und der Paläographie (Lehre der Entwicklung der lateinischen Schrift), die zu den klassischen Disziplinen der Historischen Grundwissenschaften zählen und den Schwerpunkt des Basiskurses bilden. Ferner gilt die Betrachtung den eng mit diesen Kernfächern in Zusammenhang stehenden Forschungsbereichen Chronologie (Zeitrechnungslehre), Sphragistik (Siegelkunde) sowie der an der hiesigen Abteilung besonders gepflegten, jungen Disziplin der Epigraphik (Inschriftenkunde) des Mittelalters und der Neuzeit.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellen ausgewählte Schriftzeugnisse aus der Stadt München die Referatsthemen, die nach allgemein historischen wie grundwissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten sind.

Literatur zur Einführung:
- Ahasver v. Brandt, Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, 18. Aufl. 2012.
- Nils Freytag / Wolfgang Piereth, Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, 5. aktualisierte Aufl. 2011.
- Reinhard Heydenreuter, Kleine Münchner Stadtgeschichte, München ²2012.

Prüfungsformen im BA und LA (Studienbeg. bis SOSE 2020): KL + RE + HA.
Prüfungsformen im BA und LA (Studienbeginn ab WISE 2020/21): RE + HA.
Prüfungsform im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik (Studienbeginn ab WISE 2015/16): RE + HA.

Lektürekurs

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Lektürekurs für das Masterstudium.

Im Lektürekurs innerhalb des Master-Studiengangs lesen die Studierenden selbständig wissenschaftliche Literatur, die zu den Grundlagenwerken des Faches gehört oder einen besonderen Einfluss auf die Forschung ausgeübt hat. Die Auswahl der Titel erfolgt in Absprache mit dem Dozenten in der ersten Sitzung; in einer Zwischenbesprechung gegen Mitte des Semesters können etwaig auftretende Fragen oder Probleme erörtert werden; in der mündlichen Prüfung am Semesterende wird die Lektüre diskutiert.

Die Lehrveranstaltung wird in Präsenz abgehalten.

Prüfungsform: MP (Gemeinsames Abschlussgespräch).

Übungen

Prof. Dr. Hubert Emmerig
Neuzeitliches Geldwesen in Bayern, 2stündig.
Blockveranstaltung: Fr., 17.12.2021 / Fr., 14.01.2022 / Fr., 28.01.2022 / jeweils 9-17 Uhr, Historicum, Raum K 226.

Am Beispiel der bayerischen Verhältnisse werden die Grundstrukturen neuzeitlichen Münz- und Geldwesens behandelt, wobei sich der Bogen vom Aufbau eines neuzeitlichen Nominalsystems im frühen 16. Jahrhundert bis ins 19. oder 20. Jahrhundert erstreckt. Bildmaterial sowie Vorlage und Untersuchung von Originalmünzen, Lektüre schriftlicher Quellen und Referate der TeilnehmerInnen ermöglichen insbesondere auch Anfängern einen Einstieg in die Münzgeschichte der Neuzeit.

Sollte eine Durchführung als Präsenzveranstaltung nicht möglich sein, ist eine digitale Durchführung an den genannten Terminen sowie an den jeweils darauffolgenden Samstagen in kleineren Einheiten geplant.

Prüfungsform im BA und im modularisierten Lehramt: RE
Prüfungsform im Master und GPS: RE
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Dr. Julian Holzapfl
Das nehmen wir auf die Liste – Leseübung zur Deutschen Schrift an archivalischen Originalquellen, 2stündig.
Mi. 17-19 Uhr, Bayer. Hauptstaatsarchiv, Schönfeldstr. 5, Beginn: 20.10.2021.

Für die historische Forschung in älteren Originalquellen ist das flüssige Lesen deutscher Handschriften Voraussetzung. Die nicht einfache „Deutsche Schrift“ des 18. bis 20. Jahrhunderts üben wir am Beispiel archivalischer Originaldokumente zu lesen. Im Mittelpunkt werden Dokumente aus der amtlichen Schul- und Hochschulüberlieferung des Staatsarchivs München stehen: Von Probeaufsätzen über Schülerbeurteilungen und Zeugnissen bis hin zu Beschwerdebriefen von Eltern. Auch Fragen der historischen Quellenkritik sowie der Kulturgeschichte der (Hoch-)Schule als Ort der Autorität werden wir nachgehen. Damit sollen Schwellenängste gegenüber dem in Archiven lagernden Grundmaterial historischer Forschung abgebaut werden – und den Teilnehmern vielleicht sogar Anregungen für eigenes Forschen und Recherchieren in Archiven gegeben. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, wohl aber regelmäßige und aktive Teilnahme.

Prüfungsform im Master und GSP (PO 2011): KL.

 

Dr. Thomas Horst
Altkarten als Quelle für den Historiker (mit Exkursion und Vorbereitung einer Ausstellung in der Universitätsbibliothek durch die Studierenden), 2stündig.
Blockveranstaltung: Fr. 22.10.2021, 14-18 Uhr, Sa., 23.10.2021, 10-14 Uhr, Mi., 27.10.2021, 13-18 Uhr, Fr., 28.01.2022, 14-18 Uhr, Sa., 29.01.2022, 10-14 Uhr, Sa., 05.02.2022, 10-17 Uhr, Geschwister-Scholl-Pl. 1, Hörsaal M 018.

Karten und kartenverwandte Darstellungsformen (wie Globen und Reliefs) spielen seit jeher im Leben der Menschen eine wichtige Rolle, stellt doch der geographische Raum neben den darin handelnden Personen und der Zeit eine Grundbedingung des Entstehens von Historie dar. Die Geschichte der Kartographie beschäftigt sich als Teil der Kultur- und Wissenschaftsgeschichte mit der Erforschung und Beschreibung von Altkarten.

Die Blockveranstaltung soll dazu dienen, den Teilnehmenden anhand von ausgewählten Beispielen einen Überblick über die Geschichte dieser Disziplin im Wandel der Zeiten (von der Antike bis in die Neuzeit) zu vermitteln. In zahlreichen Übungen wird das Lesen von Altkarten, kartenverwandten Darstellungsformen und schriftlichen Dokumenten dazu (das heißt Karteninterpretation und Kartenanalyse) behandelt werden. Hierzu ist zudem (sofern es die Corona-Lage zulässt) ein Besuch in der Abteilung Altes Buch der Universitätsbibliothek der LMU in Kleinstgruppen vorgesehen, wo die Teilnehmenden wertvolle Originale (u. a. aus dem umfangreichen Nachlass des Kartographiehistorikers Friedrich Kunstmann, 1811–1867) betrachten können. Einige dieser bislang in der Forschung unbekannten Dokumente können durch die Studierenden individuell bearbeitet und ausgewertet werden; das Ergebnis wird der Öffentlichkeit in einer Ausstellung in der UB vorgestellt, die von Februar bis Anfang Mai 2022 stattfinden soll.

In der Veranstaltung werden einschlägige Hilfsmittel und die fachspezifische Terminologie, welche die kartographischen Quellen betrifft, näher vorgestellt. Zudem werden die Teilnehmenden zur Vorbereitung der Exposition eine kurze Einführung in das Ausstellungsmanagement erhalten. Interesse und rege Mitarbeit (auch beim Auf- bzw. Abbau der Ausstellung) wird vorausgesetzt.

Literatur zur Einführung:
- Thomas Horst, Die Welt als Buch. Gerhard Mercator (1512-1594) und der erste WeltATLAS. Bildband anlässlich der Faksimilierung des Mercatoratlas von 1595 (2°Kart. B 180 / 3) der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, mit allen Kartentafeln dieser Ausgabe. Gütersloh und München 2012.
- Thomas Horst, Friedrich Kunstmann (1811–1867) und die Rezeption der portugiesischen Entdeckungsreisen im deutschsprachigen Bereich, in: Yvonne Hendrich – Thomas Horst – Jürgen Pohle (Hrsg.): Ausgewählte Beiträge zur Geschichte der deutsch-portugiesischen Beziehungen: (Passagem. Estudos em ciências culturais/Studies in Cultural Sciences/Kulturwissenschaftliche Studien 15), Frankfurt am Main 2021 (in Vorbereitung).
- Ivan Kupcík, Münchner Portolankarten. »Kunstmann I-XIII« und zehn weitere Portolankarten. Überarbeitete und ergänzte Neuausgabe des Originalwerkes von Friedrich Kunstmann aus dem Jahr 1850 mit 13 erneuerten Farbtafeln sowie zehn weitere Seekarten vom Anfang des 16. Jahrhunderts, einschliesslich der seit 1945 verschollenen Seekarten aus Münchner Sammlungen, München und Berlin 2000..
- Folker Reichert, Das Bild der Welt im Mittelalter, Darmstadt 2013.
- Patricia Seed, The Oxford Map Companion. One Hundred Sources in World History, Oxford 2014.

Prüfungsform im BA und im modularisierten Lehramt: RE (Kurz-RE + Beschreibung eines Ausstellungsobjektes)
Prüfungsform im Master und GPS: RE (Kurz-RE + Beschreibung eines Ausstellungsobjektes)
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Prof. Dr. Stefan Petersen
Aktuelle Forschungsfelder der Diplomatik, 2stündig.
Di. 18-20 Uhr, Online-Veranstaltung, Beginn: 19.10.2021.

Derzeit entsteht bei den MGH die Edition der Urkunden Kaiser Heinrichs V. An ausgewählten Beispielen dieser Edition wird in die praktische Arbeit und die Probleme der Diplomatik eingeführt. Zur Anwendung kommen dabei die grundwissenschaftlichen Disziplinen der Paläographie (Schriftkunde), Diplomatik (Urkundenlehre), Sphragistik (Siegelkunde), Chronologie (Zeitrechnung) und des mittelalterlichen Lateins.

Die Lehrveranstaltung wird in hybrider Form online sowie in Präsenz in den Räumen der Monumenta Germaniae Historica durchgeführt.

Literatur zur Einführung:
- Ahasver von Brandt, Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften. Mit aktualisierten Literaturnachträgen und einem Nachwort von Franz Fuchs (Urban Taschenbücher 33), 17. Aufl. Stuttgart-Berlin-Köln 2007.
- Harry Bresslau, Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien, 2 Bde., 2. Auflage Leipzig 1912–1931.

Prüfungsform im Master und GSP: RE.

 

Dr. Gerhard Schön
Einführung in die Informatik für Historiker, 2stündig
Do. 12-14 Uhr, Schellingstraße 33, RG - 2010, Beginn: 21.10.2021.

Im Zeitalter der Informationsgesellschaft haben sich Medienlandschaft und Wissenschaft entscheidend verändert. Auch die geisteswissenschaftlichen Disziplinen ziehen in Quellen und Methoden einen entscheidenden Vorteil aus dem technologischen Fortschritt. Diese Übung zielt darauf ab, (angehenden) Historikern einen Überblick der für wissenschaftliches Arbeiten relevanten digitalen Landschaft zu vermitteln und vor dem Hintergrund der Informatik praktische Erfahrungen für Studium und Forschung zu bieten.

Beginnend mit den Grundlagen der Datenhaltung (Zeichenkodierung, Unicode, Dateiformate) und Digitalisierung von Text und Bildern (Photoshop, Tagging, OCR) sowie dem sinnvollen Einsatz von Textverarbeitung (Formatvorlagen, Register und Verzeichnisse) mit einer Einführung in LaTeX im Vergleich zu Microsoft Word, entwickeln wir Methoden und Strategien, um im Internet Quellen, Ideen und Literatur zu finden und zu verwalten. Im Bereich der Datenbanken befassen wir uns zunächst mit dem relationalen Modell (Datenstrukturierung, SQL und Tabellen), dann mit Graphdatenbanken (am Beispiel von Neo4j und Cypher), und schließlich mit der Auszeichnung von Dokumenten mit Baumstruktur (Fußnoten und Apparate am Beispiel der Edition von Urkunden oder Inschriften, mit Einführung in XML unter Beachtung von Standards wie TEI und Verwendung von Stylesheets und Transformationen). Abschließend beschäftigen wir uns mit der Präsentation von Forschungsergebnissen im Internet (mit Einführung in HTML, CSS, PHP und Javascript am Beispiel von Kartendiensten wie Google Maps) sowie der elektronischen Publikation und Druckvorstufe (PDF) von Abschlussarbeiten und Buchprojekten. Die Beispiele stammen hauptsächlich aus dem Fächerkanon der Historischen Grundwissenschaften.

Prüfungsform im BA und LA: KL (ersatzweise Essay).
Die Übung des BA-Typs „Grundwissenschaften“ entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Prof. Dr. Matthias Stern
Leben in der römischen Provinz, 2stündig.
Di. 14-16 Uhr, Historicum Raum K 201, Beginn: 19.10.2021.

Das Römische Reich vollzog in der Zeit der Republik (510-27 v. Chr.) einen beispiellosen Aufstieg von einer Lokal- zur Weltmacht des Mittelmeerraumes. In der Kaiserzeit erweiterte sich dieser Herrschaftsbereich zwar ebenfalls, konsolidierte sich jedoch in den meisten Regionen. Quasi mit dem Beginn der Kaiserzeit zusammen fällt auch der Sieg Octavians, des späteren Kaisers Augustus, im römischen Bürgerkrieg nach der Eroberung des ptolemäischen Alexandria: Als Kleopatra (VII.), die letzte ptolemäische Herrscherin, vor den Truppen Octavians den Freitod wählte, begann die römische Herrschaft über Ägypten, die - mit Ausnahme weniger Jahre im späten 3. und frühen 7. Jh. - für knapp 670 Jahre unerschüttert blieb.

Von anderen Provinzen des Römischen Reiches unterscheidet sich Ägypten aus Forschungsperspektive vor allem durch den Umstand, dass sich aus dieser Provinz hunderttausende von Papyri erhalten haben. Diese Quellen erlauben uns ein einzigartig detailliertes Bild der antiken Welt aus der Perspektive auch von Personen außerhalb einer kleinen Elite - in die Netzwerke und alltäglichen Prozesse römischer Herrschaftspraxis und provinzialen Lebens in Ägypten. In der Forschung galt die Provinz Ägypten einst als „Sonderfall“, als kaiserlicher Privatbesitz abseits der normalen römischen Provinzverwaltung, und die papyrologische Dokumentation daher sozusagen als Kuriosum und nur am Rande relevant für das Studium der Römischen Geschichte. Diese Ansicht ist lange überholt und Historiker:innen haben die Relevanz der Papyri für das Verständnis der römischen Provinzialgeschichte vielfach erkannt und demonstriert: Zunehmend erscheinen historische Arbeiten auch von Nicht-Papyrolog:innen, welche die Papyri für die Bearbeitung übergreifender historischer Fragestellungen heranziehen und in denen Ägypten als (außergewöhnlich gut dokumentiertes) Beispiel einer römischen Provinz analysiert wird.

Angesichts dieser Tendenz möchte die Übung über zwei ineinandergreifende Ansätze Studierenden den Reichtum der Papyri zugänglich machen und sie in die Lage versetzen, dieses im Bereich der Antike unvergleichlich umfangreiche und nach wie vor stetig wachsende Quellencorpus für ihre Arbeit zu nutzen:
Thematisch wird das Leben der römischen Bürger:innen, alexandrinischen Bürger:innen, Polis-Griech:innen, Jud:innen sowie der großen Mehrheit der Ägypter:innen unter römischer Herrschaft im Zentrum stehen. Hierbei werden Fragen nach der römischen Herrschaftsausübung durch Verwaltung, Militär und Justiz ebenso behandelt wie solche nach dem Zusammenleben der verschiedenen Bevölkerungs-(oder vielmehr: Status-)Gruppen und kulturellen Transferprozessen, der Beziehung zwischen staatlicher Verwaltung und Individuum, wirtschaftlichen Prozessen sowie sozialen Strukturen.

Methodisch wird die Übung vor allem die Arbeit mit den Papyri, auch im Zusammenspiel mit anderen Quellengattungen, umfassen, wobei altsprachliche Kenntnisse explizit nicht vorausgesetzt werden. Zentrale Inhalte sind die Lektüre und Interpretation papyrologischer Quellen, der Umgang mit papyrologischen Editionen, Kommentaren und Datenbanken sowie die Diskussion historisch-papyrologischer Fachliteratur.

Literatur zur Einführung:
Thematisch:
- A. K. Bowman, Egypt After the Pharaohs: 332 BC–AD 642; From Alexander to the Arab Conquest, 2. Aufl., Berkeley 1996.
- L. Capponi, Augustan Egypt: The Creation of a Roman Province, London 2005.
- A. Monson, From the Ptolemies to the Romans: Political and Economic Change in Egypt, Cambridge 2012.
- C. Riggs (Hg.), The Oxford Handbook of Roman Egypt, Oxford 2012.
Methodisch:
- R. S. Bagnall, Reading Papyri, Writing Ancient History, 2. Aufl., New York 2020.
- R. S. Bagnall (Hg.), The Oxford Handbook of Papyrology, Oxford 2009.
- H. Blum/R. Wolters, Alte Geschichte studieren, 3. Aufl., München 2021.
- H.-A. Rupprecht, Kleine Einführung in die Papyruskunde, 2. Aufl., Darmstadt 2005.

Prüfungsform im BA und LA: RE.
Prüfungsform im Master und im Master-Nebenfach (His im GSP): RE.
Die Übung des BA-Typs „Grundwissenschaften“ entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Münzsammler und Münzsammeln in Mittelalter und Früher Neuzeit, 2stündig.
Di. 17-19 Uhr, Historicum, Raum K 302, Beginn: 19.10.2021.

Thema der Übung sind die Anfänge der Numismatik im späten Mittelalter und in der Frühen Neuzeit. Im Mittelpunkt stehen nicht die Münzen selbst, deren fachgemäße Untersuchung von der modernen Numismatik zu leisten ist, sondern Quellen, die über frühe Münzsammler und Münzsammlungen bzw. über die Beschäftigung mit Münzen Auskunft geben, d.h. Inventare, Briefe, Schenkungs- und Einkaufslisten, historiographische Werke usw. Durch die Interpretation dieser Quellen im Kontext ihrer Zeit soll untersucht werden, wer die ersten Münzsammler waren, welchen sozialen und bildungsgeschichtlichen Hintergrund sie hatten, aus welchen Motiven heraus sie sich mit Münzen beschäftigten und wie sie mit ihrer Sammlung umgingen.

Grundkenntnisse des Lateinischen sind für die Teilnahme empfehlenswert.

Einführende Literatur wird in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben.

Die Lehrveranstaltung wird in Präsenz abgehalten.

Prüfungsform im Master und im Master-Nebenfach (His im GSP): wird noch bekanntgegeben.
Die Übung des BA-Typs „Grundwissenschaften“ entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2.

Über die hier angeführten Lehrveranstaltungen hinaus kann der Leistungsnachweis einer Lehrveranstaltung aus den Historischen Grundwissenschaften auch aus dem folgenden Angebot anderer Institute erworben werden (siehe LSF):

Prof. Dr. Eva Haverkamp-Rott
Vertreibungen und Migrationen der Juden im mittelalterlichen Europa (Vertiefungskurs).

Dr. Gerhard Immler
Archivalienkundliche Übung: Papst- und Königs-, Bischofs- und Fürstenurkunden im Vergleich (Übung).

Dr. Bettina Pfotenhauer
Münchner Geschichte(n). Quellen zur Münchner Stadtgeschichte im Mittelalter und der Frühen Neuzeit (Übung).

Dr. Wolf-Armin von Reitzenstein
Personennamen, Familiennamen von Anbeginn bis heute (Übung).