Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde
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Wintersemester 2020/21

Studienberatung: 28.10.20, 15-16 Uhr
(Dr. Franz-Albrecht Bornschlegel unter Tel. 089/2180-5460)

Die zentrale Einführungsveranstaltung des Historischen Seminars für Studienanfängerinnen und -anfänger im Fach Geschichte findet in der Woche vor Semesterbeginn statt. Die Teilnahme wird allen Erstsemestern dringendst empfohlen. Hier erhalten Sie detaillierte Auskünfte über die verschiedenen Abteilungen des Faches, Fremdsprachen-anforderungen sowie Studienplanung und Scheinanforderungen in den Studiengängen. Außerdem werden auch Führungen durch die Bibliothek des Historicums angeboten.

Download: Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis der Abteilung Historische Grundwissenschaften, Wintersemester 2019/2020 (PDF, 324 kB; Stand 23.10.2020)

(Vorgängerversion; Stand 24.08.2020)

Vorlesung / Einführungsvorlesung / Vertiefungsvorlesung

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Die Papsturkunde im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit - Eine Einführung, 2stündig (Seniorenstudium / Studium Generale).
Fr. 14-16 Uhr, Geschwister-Scholl-Platz 1, Raum A 021, Beginn: 06.11.2020.

Die Vorlesung gibt einen Überblick über die Entwicklung der Papsturkunde von ihren Anfängen bis in die Zeit der Renaissance und ihre verschiedenen Ausprägungen. Besonderes Augenmerk wird auf die hilfswissenschaftlichen Aspekte wie Layout, Formular, Besiegelung, Datierung etc. gelegt.

ACHTUNG: GENAUERE INFORMATIONEN ZUM ABLAUF DER VORLESUNG WERDEN IN DER WOCHE VOR SEMESTERBEGINN BEKANNTGEGEBEN.

Die Literatur zum Thema wird im Rahmen der Vorlesung bekanntgegeben.

Prüfungsform im BA und mod. LA (Studienbeginn bis SoSe 2020): Essay.
Keine Prüfung im BA und LA (Studienbeginn ab WiSe 2020/21).
Keine Prüfung im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik (Studienbeginn ab WiSe 2015/16).

Aufbaukurs Master

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Inschriften, Münzen und Tapisserien - Antiquarische Interessen im Umfeld Kaiser Maximilians I., 3stündig.
Do. 15-18 Uhr, Historicum, Raum K 202, Beginn: 05.11.2020.

Im Umkreis Kaiser Maximilians I. treffen wir um 1500 eine Reihe von Personen an, die ein bis dahin am Hof nicht gekanntes, intensives antiquarisches Interesse an der Antike wie auch am Mittelalter, also an der jüngeren Vergangenheit, erkennen lassen, konkret an Objekten, die aus dieser Zeit stammen: an Münzen, Inschriften, Handschriften usw. Diese Interessen sind zum Teil nur wenig bekannt, weil sie häufig nur durch die Anwendung grundwissenschaftlicher Methoden sichtbar gemacht werden können. Diese Methodik soll in der Lehrveranstaltung praktiziert und anhand einschlägiger Quellenbestände erprobt werden.

ACHTUNG: GENAUERE INFORMATIONEN ÜBER DEN ABLAUF DER LEHRVERANSTALTUNG FOLGEN IN DER WOCHE VOR SEMESTERBEGINN.

Weiterführende Literatur zum Thema wird in der Lehrveranstaltung bekanntgegeben.

Prüfungsformen im Master und im Master-Nebenfach (His im GSP): RE+HA.

Bachelorkurs / Doktorandenkolloquium / Masterkolloquium / Oberseminar

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Seminar für Doktoranden, Magistranden sowie Master- und Bachelorstudierende im Abschlusssemester, 2stündig.
Di. 18-20 Uhr, Historicum, Raum K 202, Beginn: 03.11.2020.

Im Oberseminar wird über den Stand der laufenden Bachelorarbeiten, Master-/Magister-arbeiten und Dissertationen berichtet; zudem stellen Mitarbeiter und auswärtige Kollegen ihre Projekte vor. Geplant ist außerdem zumindest eine Ein-Tages-Exkursion nach Salzburg mit Besuch des Stiftsarchivs der Erzabtei St. Peter. Termine werden noch bekannt gegeben.

ACHTUNG: INFORMATIONEN ÜBER DEN ABLAUF DER LEHRVERANSTALTUNG FOLGEN AM BEGINN DER ERSTEN SEMESTERWOCHE.

Prüfungsform: RE.

Basiskurs

Dr. Franz-Albrecht Bornschlegel
Schrift und Schriftlichkeit im Mittelalter: die Stadt Freising, 3stündig.
Fr. 8-11 Uhr, Historicum, Raum K 202, Beginn: 06.11.2020.

Im ersten Teil der Veranstaltung sollen die schriftlichen Zeugnisse des Mittelalters allgemein kategorisiert, methodisch erfasst und im zeitlichen Wandel betrachtet werden. Er dient der Einführung in die Grundbegriffe, Arbeitsmethoden und Hilfsmittel der Historischen Grundwissenschaften, die sich aus etablierten wie jungen Forschungszweigen zusammensetzen. Jedes Fach ist für sich autonom und erfordert eigene Fragestellungen und Methoden. Der Kurs beschäftigt sich mit der Diplomatik (Urkundenlehre) und der Paläographie (Lehre der Entwicklung der lateinischen Schrift), die zu den klassischen Disziplinen der Historischen Grundwissenschaften zählen und den Schwerpunkt des Basiskurses bilden. Ferner gilt die Betrachtung den eng mit diesen Kernfächern in Zusammenhang stehenden Forschungsbereichen Chronologie (Zeitrechnungslehre), Sphragistik (Siegelkunde) sowie der an der hiesigen Abteilung besonders gepflegten, jungen Disziplin der Epigraphik (Inschriftenkunde) des Mittelalters und der Neuzeit.

Im zweiten Teil der Veranstaltung stellen ausgewählte Schriftzeugnisse aus der Stadt Freising die Referatsthemen, die nach allgemein historischen wie grundwissenschaftlichen Methoden zu bearbeiten sind.

Die Lehrveranstaltung wird (mit Moodle und Zoom) online durchgeführt (mit einer Exkursion am Ende des Semesters, soweit die Corona-Beschränkungen es erlauben).

Literatur zur Einführung:
- Ahasver v. Brandt, Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, 18. Aufl. 2012.
- Nils Freytag / Wolfgang Piereth, Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, 5. aktualisierte Aufl. 2011.

Prüfungsformen im BA und LA (Studienbeg. bis SOSE 2020): Arbeitsportfolio + RE + HA.
Prüfungsformen im BA und LA (Studienbeginn ab WISE 2020/21): RE + HA.
Prüfungsform im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik (Studienbeginn ab WISE 2015/16): RE + HA.

 

Ellen Bosnjak M.A.
Das Bistum Augsburg im Mittelalter. Eine grundwissenschaftliche Einführung, 3stündig.
Do. 16-19 Uhr, Schellingstr. 3 (R), Raum R 052, Beginn: 05.11.2020.

Welche Rolle spielte das Bistum Augsburg in der Reichspolitik im Mittelalter? Wie entwickelte sich das Machtverhältnis zwischen Stadt und Bistum? Welche Hinweise finden sich in den überlieferten Realien? Diese und weitere Fragen sollen in diesem Basiskurs beantwortet werden. Wir befassen uns mit der Politik der einzelnen Bischöfe, ihren Höfen, den sie umgebenden Großen und fragen dabei nach den Spezifika ihrer Herrschaftspraxis. Auch kulturelle Zentren der Diözese, die bereits früh im Mittelalter ihren Ursprung haben, sollen thematisiert werden. Dabei ist der Ausgangspunkt dezidiert grundwissenschaftlich ausgerichtet: anhand diplomatischer, paläographischer, prosopographischer, numismatischer und sphragistischer Fragestellungen sollen Augsburger „Besonderheiten“ herausgearbeitet und gezeigt werden, wie sich die dortigen Befunde in den Rahmen des Römisch-Deutschen Reiches einfügen.

Der Kurs findet unter Beteiligung von Jasmin Dorfer, M. A., statt, die sich insbesondere der Vermittlung editionswissenschaftlicher und quellenkundlicher Aspekte annimmt.

Literatur zur Einführung:
- Friedrich Zoepfl, Das Bistum Augsburg und seine Bischöfe im Mittelalter, München 1955.
- Ahasver v. Brandt, Werkzeug des Historikers. Eine Einführung in die Historischen Hilfswissenschaften, 18. Aufl. 2012.
- Hans-Werner Goetz, Proseminar Geschichte: Mittelalter, 4. Aufl. 2014.
- Nils Freytag / Wolfgang Piereth, Kursbuch Geschichte. Tipps und Regeln für wissenschaftliches Arbeiten, 5. aktualisierte Aufl. 2011.

Prüfungsformen im BA und LA (Studienbeginn bis SOSE 2020): KL + RE + HA.
Prüfungsformen im BA und LA (Studienbeginn ab WISE 2020/21): RE + HA.
Prüfungsform im Didaktikfach - Mittelschule und Sonderpädagogik (Studienbeginn ab WISE 2015/16): RE + HA.

Lektürekurs

Prof. Dr. Martin Wagendorfer
Lektürekurs für das Masterstudium.

Im Lektürekurs innerhalb des Master-Studiengangs lesen die Studierenden selbständig wissenschaftliche Literatur, die zu den Grundlagenwerken des Faches gehört oder einen besonderen Einfluss auf die Forschung ausgeübt hat. Die Auswahl der Titel erfolgt in Absprache mit dem Dozent in der ersten Sitzung; in einer Zwischenbesprechung gegen Mitte des Semesters können etwaig auftretende Fragen oder Probleme erörtert werden; in der mündlichen Prüfung am Semesterende wird die Lektüre diskutiert.

Prüfungsform: MP (Gemeinsames Abschlussgespräch).

ACHTUNG: INFORMATIONEN ÜBER DEN ABLAUF DER LEHRVERANSTALTUNG FOLGEN AM BEGINN DER ERSTEN SEMESTERWOCHE.

Übungen

Dr. Franz Bornschlegel
Aktuelle Forschungsfelder Epigraphik des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, 2stündig.
Mi. 10-12 Uhr, Historicum, Raum K 202, Beginn: 04.11.2020.

Die noch junge Wissenschaft der mittelalterlichen und neuzeitlichen Epigraphik hat innerhalb der letzten 25 bis 30 Jahre eine rasante Entwicklung erfahren, die sich im eifrigen Ausbau der europaweiten Editionen der Quelle Inschrift in nationalen Inschriftencorpora sowie in zahlreichen schrift- und formularkundlichen Untersuchungen niederschlug. Trotz vielfältiger in- und ausländischer Aktivitäten bleibt die Erstellung einer gesamteuropäischen Epigraphik für viele Inschriftenarten weiterhin ein Desiderat der Forschung. Die Vorstellung eines einheitlichen Entwicklungsverlaufes von Schrift und Formular, wie er über weite Strecken im deutschen Sprachraum nachzuvollziehen ist, muss aus gesamteuropäischer Sicht nicht selten modifiziert und korrigiert werden. Die an epigraphisch Fortgeschrittene gerichtete Veranstaltung beschäftigt sich mit den „Brennpunkten“ der epigraphischen Forschung und den Möglichkeiten und Grenzen der regionalen und zeitlichen Einordnung von Inschriftendenkmälern anhand epigraphischer Methoden. Mit Exkursionen.

Die Übung ist als Präsenzveranstaltung geplant, wird aber bei mehr als sechs Teilnehmer*innen als Hybrid-Veranstaltung durchgeführt.

Literatur zur Einführung:
- Walter Koch, Spezialfragen der Inschriftenpaläographie, in: Epigrafia Medievale Greca e Latina. Ideologia e Funzione, hrsg. von Guglielmo Cavallo und Cyril Mango, Spoleto 1995, S. 267-293.
- Franz-Albrecht Bornschlegel, Epigraphik des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, in: Archiv für Diplomatik 65 (2019) S. 237-266.

Prüfungsform im Master und Master-Nebenfach (His im GSP): RE.

 

Dr. des. Kathrin Gutermuth
Diplomatik - eine Einführung zu den lateinischen Urkunden des Mittalalters, 2stündig.
Mo. 14-16 Uhr, Geschwister-Scholl-Platz 1 (F), Raum F 007, Beginn: 02.11.2020.

Die Diplomatik, neben Paläographie und Epigraphik einer der grundlegenden Disziplinen der Historischen Grundwissenschaften, befasst sich mit der Lehre von den Urkunden. Im Mittelpunkt dieser Übung sollen also die Urkunden des europäischen Mittelalters stehen: wir befassen uns sowohl mit Papsturkunden, Kaiser- und Königsurkunden als auch den sogenannten Privaturkunden. Nach einem Überblick über die Geschichte der Diplomatik, gehen wir direkt in medias res. Dazu beleuchten wir den Aufbau der einzelnen Urkundenarten und streifen ihre Entwicklung, wir widmen uns den verschiedenen Erscheinungsbildern von Urkunden und ihrer Überlieferung – jeweils an bestimmten Beispielen.

Darüber hinaus werden wir auch die ein oder andere Urkunde lesen, also transkribieren. Da die Urkunden auf Latein geschrieben wurden, sind gewisse Grundkenntnisse in dieser Sprache also von Vorteil, wenn auch nicht zwingend erforderlich. Allerdings ist es – gerade bei fremd erscheinenden Schriftbildern – durchaus hilfreich zu wissen, welche Wörter es in einer Sprache gibt. Zusätzlich werden wir uns auch mit den inneren Merkmalen und dem Inhalt der bzw. einzelner Urkunden befassen, die ja für einen langen Zeitraum als Hauptquellen in Bezug auf „Vorgänge von rechtserheblicher Natur“ gelten können (Ahasver von Brandt, Werkzeuge [2007] S. 82).

Literatur:
- Harry Bresslau, Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien 3 Bde. (2. Aufl. Leipzig 1912–1931, Nachdruck Berlin 1958–1968).
- Thomas Vogtherr, Einführung in die Urkundenlehre (Stuttgart 2017).

Prüfungsform im BA und LA: KL.
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Dr. Julian Holzapfl
Lesen, Schreiben, Beurteilen. Leseübung zur deutschen Schrift des 18. bis 20. Jahrhunderts an Archivalien aus der Schul- und Hochschulüberlieferung, 2stündig.
Mi. 17-19 Uhr, Bayer. Hauptstaatsarchiv, Schönfeldstr. 5, Beginn: 04.11.2020.

Für die historische Forschung in älteren Originalquellen ist das flüssige Lesen deutscher Handschriften Voraussetzung. Die nicht einfache „Deutsche Schrift“ des 18. bis 20. Jahrhunderts üben wir am Beispiel archivalischer Originaldokumente zu lesen. Im Mittelpunkt werden Dokumente aus der amtlichen Schul- und Hochschulüberlieferung des Staatsarchivs München stehen: Von Probeaufsätzen über Schülerbeurteilungen und Zeugnissen bis hin zu Beschwerdebriefen von Eltern. Auch Fragen der historischen Quellenkritik sowie der Kulturgeschichte der (Hoch-)Schule als Ort der Autorität werden wir nachgehen. Damit sollen Schwellenängste gegenüber dem in Archiven lagernden Grundmaterial historischer Forschung abgebaut werden – und den Teilnehmern vielleicht sogar Anregungen für eigenes Forschen und Recherchieren in Archiven gegeben. Vorkenntnisse werden nicht vorausgesetzt, wohl aber regelmäßige und aktive Teilnahme.

Prüfungsform im Master und GSP (PO 2011): KL.

 

Dr. Tanja Nikolai-Kohwagner
Gegen die Sprachlosigkeit vor der Sprache der Dinge – eine einführende Übung zur Realienkunde, 2stündig.
Di. 11-13 Uhr, Historicum, Raum K 302, Beginn: 03.11.2020.

Jenseits schriftlicher Zeugnisse sind eine Vielzahl von Objekten unterschiedlicher Materialität überliefert. Sie sind mehr als stumme Zeugen der Vergangenheit, stellen uns aber durch ihre Wandelbarkeit und Kontextentfremdung oft vor besondere Herausforderungen. Die Realienkunde bietet verschiedene methodische Ansätze zu ihrer Entschlüsselung. Ein Themenschwerpunkt wird auf Textilien, Schatzkunst und Keramikobjekten des Mittelalters und der frühen Neuzeit in bayerischen Sammlungen liegen. Neben der konkreten Arbeit mit den Objekten steht die Methodendiskussion ebenso im Zentrum der Lehrveranstaltung wie die Frage, in welcher Form Erkenntnisse der Realienkunde verschiedenen Adressatenkreisen vermittelt werden können. Am Ende des Semesters ist ein Exkursionstag innerhalb Münchens geplant.

Die Lehrveranstaltung wird online durchgeführt (mit einer Exkursion am Ende des Semesters unter den dann gültigen Corona-Beschränkungen in Münchner Museen).

Prüfungsform im BA und im modularisierten LA: Arbeitsportfolio.
Prüfungsform im Master und Master-Nebenfach (His im GSP): Arbeitsportfolio.
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Dr. Gerhard Schön
Einführung in die Informatik für Historiker, 2stündig.
Mo. 10-12 Uhr, Schellingstraße 33, Rückgebäude, Raum 3010, Beginn: 02.11.2020.

Im Zeitalter der Informationsgesellschaft haben sich Medienlandschaft und Wissenschaft entscheidend verändert. Auch die geisteswissenschaftlichen Disziplinen ziehen in Quellen und Methoden einen entscheidenden Vorteil aus dem technologischen Fortschritt. Diese Übung zielt darauf ab, (angehenden) Historikern einen Überblick der für wissenschaftliches Arbeiten relevanten digitalen Landschaft zu vermitteln und vor dem Hintergrund der Informatik praktische Erfahrungen für Studium und Forschung zu bieten.

Beginnend mit dem sinnvollen Einsatz von Textverarbeitung (Formatvorlagen, Inhaltsverzeichnisse, Register) und einem Vergleich zwischen Word und LaTeX, entwickeln wir Methoden und Strategien, um im Internet Quellen, Ideen und Literatur zu finden und mit Literaturverwaltungssoftware wie bibTeX oder Endnote sinnvoll zu verwalten und zu zitieren. Die Digitalisierung, Archivierung und Bearbeitung von Texten und Bildern (Photoshop, Tagging, OCR) bietet uns eine Grundlage für die Einführung in die systematische Datenhaltung in Tabellenkalkulation und relationalen Datenbanken (mit Datenbankentwurf und SQL Grundlagen) sowie in Dokumente mit Baumstruktur (Fußnoten, Apparate, Auszeichnungen und Querverweise am Beispiel der Edition von Urkunden und Inschriften, mit Einführung in XML unter Beachtung von Standards wie TEI/CEI und Verwendung von Stylesheets und Transformationen). Abschließend beschäftigen wir uns mit der Präsentation von Forschungsergebnissen auf Vortragsfolien und im Internet (mit Einführung in HTML, CSS, Javascript, PHP) sowie elektronischer Publikationen und Druckvorstufe (PDF) von Abschlussarbeiten und Buchprojekten.

Prüfungsform im BA und LA: KL.
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Dr. Benjamin Schönfeld
Rechtsdokumente, Kommunikationsmittel, Repräsentationsmedien: Papsturkunden des hohen Mittelalters, 2stündig.
Mo. 18-20 Uhr, Historicum Raum K 302, Beginn: 02.11.2020.

Papsturkunden gehören zu den bedeutendsten Quellen des Mittelalters. Auf dem Weg des Papsttums zu einer Instanz von Rechtssetzung und Orientierung für die gesamte christliche Welt dokumentieren die päpstlichen Urkunden dieser Zeit nicht nur vielschichtige rechtliche Verfügungen. Ihre Auswertung und Interpretation ist für die allgemeine politische Geschichte, aber auch für die Kirchen-, Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte bedeutsam. Sie dienten darüber hinaus als „Mittel der Repräsentation“ (Mersiovsky) sowie als „Medium der [päpstlichen] Selbstdarstellung“ (Scholz) und stellen das zentrale Medium der Kommunikation zwischen Päpsten und der Empfängerschaft ihrer Urkunden dar.

Die zweite Hälfte des 11. und das gesamte 12. Jahrhundert werden besonders im Fokus stehen. In dieser Zeit standen sich so häufig wie in keiner anderen Periode der Kirchengeschichte zwei Konkurrenten im Konflikt um den Apostolischen Stuhl gegenüber. Daher nimmt das Seminar einerseits eine politikgeschichtliche Perspektive ein und untersucht, inwieweit die päpstlichen Urkunden Strategien zur Legitimationserlangung beinhalten. Andererseits vermittelt es grundlegende hilfswissenschaftliche Kenntnisse (Diplomatik und Paläographie) und gibt praktische Einblicke in die Erforschung der Entwicklung neuer Urkundenformen und deren Bedeutung in dieser Zeit. Prüfungsform: Referat (Details werden im Rahmen der ersten Sitzung vorgestellt).

Die Veranstaltung wird ausschließlich als Online-Veranstaltung durchgeführt.

Literatur:
- Heribert Müller, Gegenpäpste – Prüfsteine universaler Autorität im Mittelalter. Zusammenfassung. In: Müller, Harald und Hotz, Brigitte (Hrsg.): Gegenpäpste – ein unerwünschtes mittelalterliches Phänomen. Wien u. a., 2012, S. 411–421.
- Benjamin Schönfeld, Die Urkunden der Gegenpäpste: Imitation, Improvisation, Innovation? In: Harald Müller (Hg.): Der Verlust der Eindeutigkeit (Schriften des Historischen Kollegs. 95). München 2017, S. 109–125.
- Thomas Frenz, Papsturkunden des Mittelalters und der Neuzeit. 2. aktual. Aufl. Stuttgart, 2000.
- Klaus Herbers, Geschichte des Papsttums im Mittelalter. Darmstadt, 2012.

Prüfungsform im BA und LA: RE.
Prüfungsform im Master und im Master-Nebenfach (His im GSP): RE.
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Dr. Uwe Tresp
Quellen zu Krieg und Kriegswesen im späten Mittelalter, 2stündig.
Fr. 14-16 Uhr, Beginn: 06.11.2020.

Im späten Mittelalter waren die Wandlungen des Kriegswesens ein wichtiger Motor gesellschaftlicher, kultureller und technischer Entwicklung. In dieser Übung stehen daher nicht einzelne Kriege oder Schlachten im Mittelpunkt, sondern es sollen verschiedene Quellen gelesen und interpretiert werden, in denen sich das spätmittelalterliche Kriegswesen, seine gesellschaftlichen Zusammenhänge und seine Wandlungen widerspiegelt. In erster Linie werden handschriftlich überlieferte Urkunden (Soldverträge, Soldquittungen etc.), Verwaltungsschriftgut (Rechnungen, Musterungslisten etc.) und Korrespondenzen aus dem mitteleuropäischen Kontext behandelt. Die Bereitschaft und Fähigkeit zum Lesen nicht edierter mittelalterlicher Quellen wird vorausgesetzt.

Die Veranstaltung wird ausschließlich als Online-Veranstaltung durchgeführt.

Literatur:
- Malte Prietzel: Krieg im Mittelalter, Darmstadt 2006.
- Uwe Tresp: Söldner aus Böhmen. Im Dienst deutscher Fürsten: Kriegsgeschäft und Heeresorganisation im 15. Jahrhundert, Paderborn 2004.
- Sven Ekdahl: Das Soldbuch des Deutschen Ordens 1410/1411, 2 Bde., Köln/Weimar/Wien 1988–2010.

Prüfungsform im BA und LA: RE.
Prüfungsform im Master und Master-Nebenfach (His im GSP): RE.
Die Übung des BA-Typs "Grundwissenschaften" entspricht den Anforderungen der LPO I § 67 Nr. 2d.

Über die hier angeführten Lehrveranstaltungen hinaus kann der Leistungsnachweis einer Lehrveranstaltung aus den Historischen Grundwissenschaften auch aus dem folgenden Angebot anderer Institute erworben werden (siehe Vorlesungsverzeichnis):

Prof. Dr. Eva Haverkamp-Rott
Regensburg - Mittelalterliche Metropole der Juden (Vertiefungskurs).

Dr. Gerhard Immler
Quellen zu Verwaltungsreformen in Bayern 1550-1650 (Übung).