Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde
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Sommersemester 2018

Die Veranstaltungen finden, soweit nicht anders angegeben, im Historicum, Schellingstr. 12/ Amalienstr. 52 statt.

Die zentrale Einführungsveranstaltung des Historischen Seminars für Studienanfängerinnen und Studienanfänger im Fach Geschichte findet in der Woche vor Semesterbeginn statt. Die Teilnahme wird allen Erstsemestern dringendst empfohlen. Hier erhalten Sie detaillierte Auskünfte über die verschiedenen Abteilungen des Faches, Fremdsprachenanforderungen sowie Studienplanung und Scheinanforderungen in den Studiengängen. Außerdem werden auch Führungen durch die Bibliothek des Historicums angeboten.

Download: Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis der Abteilung Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde, Sommersemester 2018 (534 kB)


 

Einführungsvorlesung / Vertiefungsvorlesung

PD Dr. Thomas Wozniak
Einführung in die Chronologie: Kalendersysteme und Datierungsmethoden, 2stündig.
Do, 12-14 Uhr, Geschwister-Scholl-Platz 1, Hauptgebäude HS M 209, Beginn: 12.04.2018.

Die chronologische Einordnung von Ereignissen, Strukturen und Prozessen gehört seit jeher zu den grundlegenden Arbeiten des Historikers mit langer hilfswissenschaftlicher Fachtradition. Jedoch haben Nachbardisziplinen wie Archäologie oder Geologie Datierungsmethoden entwickelt, deren Ergebnissen sich die historische Wissenschaft in ihrem Kerngeschäft stellen muss. Die Vorlesung gibt einen breiten Einblick in die Chronologie als historische Hilfswissenschaft und lotet die Chancen und Grenzen der naturwissenschaftlichen Methoden und ihrer Ergebnisse für die Geschichtswissenschaft aus.

Literatur zur Einführung:

Anna-Dorothee VON DEN BRINCKEN, Historische Chronologie des Abendlandes. Kalenderreform und Jahrtausendrechnungen. Stuttgart/Berlin/Köln 2000.
Hermann GROTEFEND, Handbuch der historischen Chronologie des deutschen Mittelalters und der Neuzeit, Hannover 1872.
Günter A. WAGNER (Hg.), Einführung in die Archäometrie. Berlin 2007.
Andreas HAUPTMANN, Volker PINGEL (Hg.), Archäometrie. Methoden und Anwendungsbeispiele. Stuttgart 2008.

Prüfungsform im BA und modularisierten Lehramt: KL.
Keine Prüfung im Didaktikfach Mittelschule und Sonderpädagogik (Studienbeginn ab WS 2015/16).


 

Vertiefungskurs / Aufbaukurs

PD Dr. Thomas Wozniak
König Heinrich I. und seine Urkunden, 3stündig
Do, 15-18 Uhr, Historicum HS K 026, Beginn: 12.04.2018.

Anmeldung durch Listeneintrag

Die erste Hälfte des 10. Jahrhunderts wird als eine der quellenärmsten Zeiten des Mittelalters angesehen. Deshalb kommt den überlieferten Urkunden Heinrichs I. (nur 25 im Original) eine besondere Bedeutung zu. Das Seminar wird sich mit den älteren Deutungen als Haus- und Burgenordnungen, mit der Entwicklung der formalen Gestaltung und der verschiedenen graphischen Symbole (Chrismon, Monogramm, Subskriptionszeichen) im Allgemeinen und speziell vor dem Hintergrund der Politik und Herrschaftspraxis Heinrichs I. widmen.

Literatur zur Einführung:

Harry BRESSLAU, Handbuch der Urkundenlehre für Deutschland und Italien, 3. Aufl., Leipzig 1958; Peter RÜCK (Hg.), Graphische Symbole in mittelalterlichen Urkunden: Beiträge zur diplomatischen Semiotik. Sigmaringen 1996; Gerd ALTHOFF, Die Ottonen. Königsherrschaft ohne Staat (Urban-Taschenbücher; 473). Stuttgart, Berlin, Köln 2000; Helmut BEUMANN, Die Ottonen (Urban-Taschenbücher; 384). Stuttgart, Berlin, Köln 3. Aufl. 1994 (1. Aufl. 1987).

Prüfungsformen im BA und modul. Lehramt: RE, MP, HA.

Prüfungsformen im Master und im Master-Nebenfach (His im GSP): RE, HA.


 

Lektürekurs

Dr. Franz-Albrecht Bornschlegel
Lektürekurs für das Masterstudium
Erste Sitzung: 17.04.2018, 11 Uhr s.t. (Historicum K 211), danach selbständiges Arbeiten. 

Anmeldung unter: Franz.A.Bornschlegel[at]lrz.uni-muenchen.de (bis zum 6.4.2018).

Im Lektürekurs innerhalb des Master-Studiengangs lesen die Studierenden selbständig wissenschaftliche Literatur, die zu den Grundlagenwerken des Faches gehört oder einen besonderen Einfluss auf die Forschung ausgeübt hat. Die Auswahl der Titel erfolgt in Absprache mit dem Dozenten; in einer Zwischenbesprechung gegen Mitte des Semesters können etwaig auftretende Fragen oder Probleme erörtert werden; am Semesterende wird die Lektüre diskutiert.

Prüfungsform: MP (Gemeinsames Abschlussgespräch).


 

Übungen

Dr. Franz Bornschlegel
Die Historischen Grundwissenschaften im Überblick, 2stündig.
Di, 8-10 Uhr, Historicum HS K 507, Beginn: 11.04.2018 (Teilnehmerzahl auf 20 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag.

Die Veranstaltung dient zur Einführung in die Grundbegriffe, Arbeitsmethoden und Hilfsmittel der Historischen Hilfswissenschaften, die sich aus etwa einem Dutzend unterschiedlicher, etablierter wie junger Forschungszweige zusammensetzen. Jedes Fach ist für sich autonom und erfordert eigene Fragestellungen und Methoden. Zu den klassischen Gebieten der Geschichtlichen Hilfswissenschaften zählen die Diplomatik (Urkundenlehre) und die Paläographie (Lehre der Entwicklung der lateinischen Schrift), die den Schwerpunkt der Veranstaltungen bilden. Ferner gilt die Betrachtung den eng in Zusammenhang mit diesen Kernfächern stehenden Forschungsbereichen Chronologie (Zeitrechnungslehre) und Sphragistik (Siegelkunde) sowie der an der hiesigen Abteilung besonders gepflegten, jungen Disziplin der Epigraphik (Inschriftenkunde) des Mittelalters und der Neuzeit.

Grundkenntnisse in Latein von Vorteil.

Prüfungsformen im BA und modul. Lehramt: KL.
Die Übung entspricht den Anforderungen der alten LPO I § 71 (2) Nr. 2d bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Dr. Franz Bornschlegel
Repräsentation und Bescheidenheit. Grabmäler und ihre Inschriften, 2stündig.
Fr, 10-12 Uhr, Historicum HS K 401, Beginn: 13.04.2018 (Teilnehmerzahl auf 15 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag.

In den Sitzungen und Referaten der Veranstaltung sollen anhand ausgewählter Grabmäler für den Zeitraum von der Römischen Antike bis zum Barock zeittypische formale und inhaltliche Gestaltungselemente der Totengedächtnismale herausgearbeitet werden. Im Blickfeld wollen wir aber auch bedeutende regionale Sonderentwicklungen, spektakuläre Unikate und herausragende künstlerische oder philologische Leistungen behalten. Mit der starken Zunahme der Grabmalsproduktion ab dem späten Mittelalter bietet sich eine regionale Eingrenzung unserer Objektauswahl auf den bayerischen Raum an. Gegen Ende des Semester sollen in zwei Exkursionen nach Augsburg und Freising Vergleiche und entwicklungsgeschichtliche Einordnungen vorgenommen werden.

Lateinkenntnisse sind hilfreich, aber nicht zwingend erforderlich.

Prüfungsform im BA und modul. Lehramt: RE.
Prüfungsform im Master und im Master-Nebenfach (His im GSP): RE.
Die Übung entspricht den Anforderungen der alten LPO I § 71 (1) Nr. 2d bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Ellen Bošnjak M.A.
Paläographie des Spätmittelalters und der Frühen Neuzeit: Der Übergang von der Bastarda zur Kurrentschrift, 2stündig.
Di, 12-14 Uhr, Historicum HS K 302, Beginn: 10.4.2018 (Teilnehmerzahl auf 15 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag.

Der Schwerpunkt dieser Übung liegt auf dem Erwerben und Vertiefen von Lesefertigkeiten.
Ziel soll die Erleichterung von Quellenarbeit an Archivmaterial sein. Es werden hauptsächlich sogenannte Privaturkunden des bayerischen Raumes aus der Zeit zwischen 1400 und 1650 gelesen, die in den Archiven in großem Umfange vorhanden sind. Anhand der Beispiele soll die Entwicklung der Privaturkundenschrift von der Bastarda und der gotischen Kursive hin zur Kurrentschrift nachvollzogen werden. Die Sprache der Stücke wird überwiegend frühneuhochdeutsch sein. Inhalt der Übung ist zudem das Kürzungswesen, die Transkriptionsregeln sowie ein chronologischer Teil.

Prüfungsform im BA und modul. Lehramt: KL.
Die Übung entspricht den Anforderungen der alten LPO I § 71 (2) Nr. 2d bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Prof. Dr. Hubert Emmerig
Reichskreise und Münzpolitik, 2stündig.
Blockveranstaltung Fr, 01.06.2018 / Fr, 22.06.2018 / Fr, 06.07.2018 / jeweils 9-17 Uhr, Historicum HS K 226 (Teilnehmerzahl auf 20 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag.

In der Übung werden wir die Rolle der Reichskreise in der Münzpolitik im Alten Reich betrachten, wie sie durch die Reichsmünzordnungen und Reichsprobierordnungen des 16. Jahrhunderts etabliert wurde.
Im Zentrum der Veranstaltung werden die Aktivitäten der drei süddeutschen korrespondierenden Kreise stehen, wie sie in ihrem schriftlichen Niederschlag greifbar sind. Materialien aus anderen Reichskreisen werden zum Vergleich herangezogen.

Prüfungsform im BA und modul. Lehramt: RE.
Prüfungsform im MA und im Master-Nebenfach (His im GSP): RE.
Die Übung entspricht den Anforderungen der alten LPO I § 71 (2) Nr. 2d bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Dr. Christian Friedl
Paläographisch-diplomatisches Praktikum, 2stündig.
Do, 10–12 Uhr, Historicum HS K 302, Beginn: 12.04.2018 (Teilnehmerzahl auf 20 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag

Vor allem die Paläographie (die Lehre von der Schrift und ihrer Entwicklung), aber auch die Diplomatik (Urkundenlehre) sind DIE wesentlichen Stützen, sobald man wirklich einmal eine mittelalterliche Quelle vor sich hat. Die Schriften des Mittelalters sind nicht immer einfach zu lesen (und „dummerweise“ in Latein), man braucht Übung, um die es in erster Linie in diesem „Paläographisch-diplomatischen Praktikum“ geht. Die Urkunde selbst ist eine der hervorragendsten Zeugen des Mittelalters, auch sie, Rechtsdokument erster Klasse, muss in ihrem Aufbau, Aussehen und Inhalt verstanden werden. Auch daran werden wir üben. Üben. Üben. Üben (und nebenbei werden wir auch noch das Eine oder Andere über mittelalterliche Zeitrechnung und Siegel erfahren)!
Grundkenntnisse in Latein wären von absolutem Vorteil! Es geht nicht so sehr um das Übersetzen (obwohl wir uns einmal auch den Inhalt einer Urkunde ansehen werden), sondern um das Erkennen der (lateinischen) Schrift: Sie wissen ja sonst gar nicht, was Sie da lesen.

Prüfungsform im BA und modul. LA: KL.
Prüfungsform im MA und im Master-Nebenfach (His im GSP): KL.
Die Übung entspricht den Anforderungen der alten LPO I § 71 (2) Nr. 2d bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2d.

 

Dr. des. Magdalena Weileder
Unzucht, Kindsmord, Mäusegift. Übung mit Originalquellen zu Kriminalfällen in Mittelalter und Früher Neuzeit, 2stündig.
Fr, 15-17 Uhr, Historicum HS K 302, Beginn: 13.04.2018 (Teilnehmerzahl auf 15 beschränkt).

Anmeldung durch Listeneintrag

Anhand von Urkunden, Amtsbüchern und Akten aus Mittelalter und Früher Neuzeit (ca. 14.-18. Jh.), die von Verbrechen und anderen Verstößen gegen die Rechtsordnung handeln, wird das Lesen und Verstehen von Originalquellen geübt.
Die Konzentration auf Übungsbeispiele, die von Kriminalfällen erzählen, bietet dabei einerseits einen besonders spannenden Einblick in vergangene Jahrhunderte und ergibt andererseits eine weite Spannbreite an Archivaliengattungen und Schriftarten, anhand derer Grundkompetenzen der Paläographie, Diplomatik, Akten- und Archivkunde vermittelt werden können.

Prüfungsform im BA und modul. LA: KL.
Die Übungen des BA-Typs "Grundwissenschaften" entsprechen den Anforderungen der alten LPO I § 71 (1) Nr. 2d bzw. der neuen LPO I § 67 Nr. 2d.

 


 

Anmeldung

Soweit nicht anders angegeben, findet die Anmeldung zu den Veranstaltungen der Abteilung Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde durch Listeneintrag gegenüber Raum K 210 (Historicum) im Zeitraum 05.-09.02. sowie 03.-06.04.2018 (Mo-Fr 9-13 Uhr) statt.