Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde
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Die Edition des Traditionsbuches Regensburg-Obermünster (K. Gutermuth)

Das Dissertationsprojekt „Edition des Traditionsbuchs Regensburg Obermünster“ führt die bereits in der Magisterarbeit (Vorarbeiten zur Edition des Traditionsbuchs Regensburg Obermünster, unveröffentlicht, München 2006) behandelte Thematik zu ihrem Abschluss. Grundlage für die Edition – welche sich in der Tradition der bereits erschienenen Bände der Reihe „Quellen und Erörterungen zur Bayerischen Geschichte“ sieht – bildet das im Bayerischen Hauptstaatsarchiv unter der Signatur KL Regensburg Obermünster 5a liegende Traditionsbuch des Klosters Obermünster.

Wie sich bereits in der bisherigen Bearbeitung (paläographische und inhaltliche Merkmale) ergeben hat, wurde dieser Codex in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts angelegt. Inhaltlich und formal entspricht er zum großen Teil anderen bayerischen Traditionsbüchern, die um diese Zeit begonnen wurden. Eine genauere Differenzierung von diesen wird in der Dissertation erfolgen.

Darüber hinaus soll die weiterführende Bearbeitung des Obermünster Traditionsbuchs die im Rahmen der „Quellen und Erörterungen zur bayerischen und deutschen Geschichte“ im 19. Jh. durch Franz Michael Wittmann erstellte „Edition“ ersetzen. Dazu soll eine moderne Edition mit textkritischem Apparat erstellt und die Handschrift im Sinne der Historischen Grundwissenschaften aufbereitet werden: Es erfolgt eine vollständige und korrekte Transkription der knapp 300 Eintragungen, die Erstellung von Regesten zu den einzelnen Traditionsnotizen, eine möglichst exakte Datierung (anhand von Vergleichen mit anderen überlieferten Quellen wie Traditionsbüchern anderer Klöster, Urkunden) der nicht immer chronologisch eingetragenen Notizen, die Identifizierung genannter Orte (sei es bei Zeugennamen oder übertragenen Gütern) sowie – soweit möglich – die Identifizierung von Tradenten und Zeugen.

Im Hinblick auf die Mittelalterforschung für Regensburg wird die Edition des Obermünster Traditionsbuchs sehr viel Quellenmaterial für unterschiedliche Fragestellungen der verschiedenen Fachdisziplinen zur Verfügung stellen, wie z.B. für die Ortsnamenforschung und die Personenforschung sowie auch im Bereich der Genealogie und der Erforschung der Regensburger Stadtgeschichte, hier insbesondere für die Geschichte des Bürgertums, die sich gerade im 13. Jh. als sehr interessant erweist: zahlreiche im Traditionsbuch genannte Personen (Tradenten / Zeugen) sind immer wieder auch in anderen Regensburger Quellen zu finden.

Dissertationsprojekt Katharina Gutermuth E-Mail schicken an kathrin.gutermuth@campus.lmu.de E-Mail