Historische Grundwissenschaften und Historische Medienkunde
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Die deutschsprachigen Urkunden im mittelalterlichen Ungarn (D. Diera)

In den letzten Jahrzehnten erfuhr die Beschäftigung mit den nicht lateinischen Quellen innerhalb der osteuropäischen Mittelalterforschung einen großen Aufschwung. Erfreulicherweise erscheinen auch immer mehr Aufsätze einerseits zum Thema der deutschsprachigen Schriftlichkeit im mittelalterlichen Ungarn, andererseits zu verschiedenen Fragestellungen diverser geschichtlicher Forschungszweige (u.a. der Städtegeschichte, Mentalitätsgeschichte, Wirtschaftsgeschichte), welche sich dabei auch auf deutschsprachige Quellen stützen. Es ist zu bemerken, dass in diesem Zusammenhang bis jetzt die größte Aufmerksamkeit zweifellos den Städten geschenkt worden ist. In erster Linie wurden seriale Quellen (Städte-, Grund-, Rechts-, Testament-, Zunftbücher usw.) als Grundlage der Untersuchungen in Betracht gezogen.

Die geplante Dissertation soll sich ausschließlich mit dem deutschsprachigen nicht serialen Quellenmaterial, d.h. den Urkunden, beschäftigen. Der Schwerpunkt soll auf dem bislang vernachlässigten Phänomen der gräflichen Urkundengebung liegen. Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen zwei Grafenfamilien: die Szentgyörgyis und die Fraknóis. Anhand ihrer Urkunden sollen u.a. folgende Fragen beantwortet werden: Nach welchen Aspekten erfolgte die Sprachwahl? Welche Rolle kam dem Deutschen als Verkehrs- oder Verwaltungssprache zu? Über welche inneren und äußeren Merkmale verfügen die Grafenurkunden? Welche Vorbilder, Parallelen oder Unterschiede lassen sich feststellen? Das vornehmliche Ziel der Dissertation ist, zum besseren Verstehen der Rolle und Funktion der deutschen Sprache im mittelalterlichen Ungarn beizutragen.

Dissertationsprojekt Diana Diera E-Mail schicken an diana.diera@gmail.com E-Mail